Nachtfluglärm kann Gefäßschäden verursachen - die Stiftung Mainzer Herz unterstützt die Studie der Kardiologie I

Fluglärm kann bei gesunden Menschen zu Gefäßfunktionsstörungen, erhöhtem Stresshormonspiegel und zu einer verminderten Schlafqualität mit drastischen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System führen: das sind die wegweisenden Erkenntnisse aus der Fluglärm-Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Münzel. Im Rahmen der Studie wurden 75 gesunde Freiwillige während des Schlafs drei unterschiedlichen Lärmszenarien ausgesetzt.

Vortrag Prof. Singer zum Thema "Fluglärm"

Prof. Wolf Singer, Mitglied des Expertengremiums Fluglärm, hielt am 01.06.2015 im Kaisersaal des Frankfurter Römers einen Vortrag zum Thema Fluglärm - der ganze Vortrag zum Download hier.

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"Fluglärm ist der einzige Herz-Kreislauf-Risikofaktor, den nur die Politik und nicht Ärzte und die Patienten selbst positiv beeinflussen können."
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Alle weiterführenden Informationen zur Fluglärm-Studie entnehmen Sie bitte der Zusammenfassung aus dem Jahresbericht des Zentrums für Kardiologie der Unimedizin: hier können Sie die Datei herunterladen.

Den Youtube-Kanal der Stiftung Mainzer Herz mit Videos zur Studie und zur Belastung der Unimedizin durch Fluglärm finden Sie hier


Weiterführende Links:

Kontinuierlich hohe Fluglärmbelastung auf dem Gelände der Universitätsmedizin

Durch ihre Lage in einer der Einflugschneisen zum Frankfurter Flughafen ist die Mainzer Unimedizin besonders von Fluglärm betroffen. Seit Januar 2013 befindet sich eine vom Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz errichtete Mess-Station auf dem Dach der Augenklinik der Mainzer Unimedizin. Am 07.02.2014 präsentierten das Amt sowie die Unimedizin Mainz neue Messergebnisse.

Die Fluglärmbelastung über der Universitätsmedizin Mainz und dem angrenzenden Gelände ist sowohl tagsüber als auch nachts hoch. Daten der auf dem Gelände der Universitätsmedizin aufgestellten Fluglärmmessstation zeigen nach wie vor Höchstwerte von 76 dB(A). Nach den so genannten „WHO Night Noise Guidelines for Europe“ sind bei Außen-Mittelungspegeln ab 40 dB(A) in der Nacht schädliche Gesundheitseffekte messbar. Empfohlene Spitzenwerte von 55 dB(A) in der Nacht werden auf dem Gelände der Universitätsmedizin teilweise um bis zu 20 dB(A) überschritten.

Seit Februar 2013 zeichnet eine Fluglärmmessstation des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht auf dem Gelände der Universitätsmedizin Daten zur Fluglärmbelastung auf. Erste Messergebnisse für die Monate Februar, März und April 2013 waren im August letzten Jahres erstmals vorgestellt worden. Die Messergebnisse zeigten durchschnittlich 4200 Fluglärmereignisse im Monat, in der Regel lagen die Maximalpegel der Überflüge zwischen 60 und 65 dB(A), einzelne Überflüge bewirkten Spitzenwerte von bis zu 76 dB(A).

Die Fluglärm-Messstation der Mainzer Unimedizin
Fluglärm-Messstation auf dem Dach der Augenklinik

Die neuen Ergebnisse betreffen die Monate Juli und Oktober 2013. Sie bestätigen noch einmal die zuvor bereits gewonnene Erkenntnis, dass die meisten Fluglärmereignisse in den Zeiten der Tages- und Nachtrandzonen, den späten Vormittagsstunden und den Nachmittagsstunden zwischen 15 und 17 Uhr liegen. Insbesondere in den frühen Morgenstunden treten Überflüge mit Maximalpegeln von mehr als 68 dB(A) auf. Die Fluglärm-Mittelungspegel für den Nachtzeitraum liegen für 4 der 5 ausgewerteten Monate über den Empfehlungen der WHO von 40 dB(A).

Der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, Dr. Stefan Hill, kommentiert diese Situation: "Die an der Universitätsmedizin bereits durch die städtische Lage bestehende Lärmsituation wurde durch die neue direkt über die Universitätsmedizin gelegte Anflugroute weiter verstärkt." Während der fünf Monate gab es pro Monat durchschnittlich 236 Fluglärmereignisse zwischen 22 und 06 Uhr, das heißt etwa acht Ereignisse pro Nacht.

Aufgrund der neuen Daten lässt sich laut Landesamt feststellen: die Universitätsmedizin ist nicht nur bei Ostwind, sondern auch bei Westwind, hier in erster Linie durch die startenden Maschinen, betroffen.  

Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, forderte nach Veröffentlichung der Ergebnisse einen "runden Tisch", um die Daten zu diskutieren und Sofortmaßnahmen zum Schutz der Patienten zu ergreifen.