Die Stiftung „Mainzer Herz“ will den Kampf gegen den Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauferkrankungen deutlich intensivieren. Der Zweck der Stiftung ist daher die Förderung von Forschung und Lehre sowie die kontinuierliche Verbesserung der Patientenversorgung der 2. Med. Klinik der Universitätsmedizin Mainz.
Die Stiftung Mainzer Herz steht dabei auf den folgenden fünf Säulen:
- Prävention (Vorsorge): Durch Prävention kann die Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung deutlich verzögert, im besten Fall sogar verhindert werden. Für den Patienten bedeutet das eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität. Gleichzeitig werden dadurch die Kosten für das Gesundheitswesen drastisch reduziert. Ein besonderer Schwerpunkt in Mainz ist die Erfassung von frühen Gefäßschäden durch die Bestimmung der Endothelfunktion. Diese nicht invasive Methode spielt auch bei der Gutenberg-Gesundheits-Studie eine zentrale Rolle. Entscheidend ist hierbei, inwieweit diese Methodik in der Lage ist, den Patienten ihr zukünftiges Risiko in Bezug auf die Entwicklung eines Herzinfarktes zu bestimmen. Diese Methode ist ebenfalls sensitiv genug, um Lebensstiländerungen aber auch positive Einflüsse von Medikamenten auf die Gefäßwand erfassen zu können.
- Diagnostik und Therapie des Herz-Kreislaufschocks, einer Komplikation des Herzinfarktes, die nach wie vor mit einer sehr schlechten Prognose vergesellschaftet ist.
- Interventionelle Therapie der koronaren Herzerkrankung (KHK): In hochmodernen Herzkatheterlaboren wird das Ausmaß einer Verkalkung der Herzkranzgeässe genau erfasst. Falls erforderlich, kann in dem verengten Gefäß bereits während dieser Untersuchung eine Erweiterung (Dilatation) vorgenommen werden. Inwieweit die Einengung für den Patienten relevant ist, wird durch die moderne Druckdrahtmessung erfasst. Auch die Stützung der Gefäßengstellen durch kleine Röhren (Stentimplantation) kann mit dem Herzkatheter durchgeführt werden. Neu beschaffte Ultraschallgeräte erlauben es uns, die Zusammensetzung der Verkalkungen in den Herzkranzgefäßen genau zu analysieren, um das Gefährdungspotential dieser Verkalkungen im Hinblick auf einen drohenden Herzinfarkt besser erkenn zu können.
- Die Diagnostik und interventionelle Therapie von Herzrhythmusstörungen wird seit dem Wechsel von Professor Münzel an die Universitätsmedizin Mainz verstärkt aufgebaut. Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) ist eine spezielle Form der Herzkatheteruntersuchung. Die gesuchten Herzrhythmusstörungen können dabei mit Hilfe elektrischer Stimulation ausgelöst und – falls erforderlich – durch Katheterablation mittels Hochfrequenzstromabgaben oder dem Einsatz von Kühlelektroden und unter Anwendung eines dreidimensionalen Computer-Mappingsystems präzise diagnostiziert und dauerhaft beseitigt werden.
- Therapie von peripheren Gefäßerkrankungen: Nicht nur die Herzkranzarterien, sondern auch herzferne Arterien und Venen können bei einer Gefäßerkrankung betroffen sein. Bekannte Beispiele hierfür sind der „diabetische Fuß“ und eine zunehmende Einengung der herzfernen Arterien bis zum kompletten Verschluss (pAVK).
