18.11.2017

Werk der Künstlerin Rosi Röhm zugunsten der Stiftung versteigert

Seit Oktober schmückte das Foyer des Mainzer Hyatthotels eine Skulptur aus Sandstein - gefertigt von der Jugenheimer Bildhauerin Rosi Röhm. Sie schenkte die 73 cm hohe Figur, eine in sich ruhende junge Frau, der Stiftung Mainzer Herz, anlässlich des 10-jährigen Stiftungsjubiläums.

Die Figur konnte nun zugunsten der Stiftung ersteigert werden - auf dem Stiftungsball am 18.11. wurde dem Höchstbietenden das Werk überreicht. Die Stiftung freut sich über den erzielten Betrag von 3000,- Euro.

Neue Studie des Zentrums für Kardiologie zur Auswirkung von Schienenlärm auf das Herz-Kreislaufsystem

25.10.2017

Eine neue Studie am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz untersucht die Auswirkungen von nächtlichem Zuglärm auf das Herz-Kreislaufsystem von gesunden Menschen.
Die Deutsche Herzstiftung fördert diese Studie mit 59.600 Euro über einen Zeitraum von 2 Jahren.
Dass sich Verkehrslärm, insbesondere Straßen- und Fluglärm, schädlich auf die Gesundheit auswirkt, konnte bereits durch zahlreiche Studien belegt werden. So ist bekannt, dass Menschen, die dauerhaft Verkehrslärm ausgesetzt sind, mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit an Bluthochdruck erkranken sowie Herzinfarkte und Schlaganfälle erleiden. Deutlich weniger Studien liegen hierzu im Bereich „Schienenlärm“ vor.
Um die bisher wenig erforschten Mechanismen, wie Schienenlärm zu Herz-Kreislauferkrankungen führt, zu untersuchen, hat das Zentrum für Kardiologie eine neue Studie mit dem Kürzel ZuG-Studie (Zuglärm und Gefäßfunktion) initialisiert.
Es wird vermutet, dass insbesondere die Störung der Nachtruhe durch Verkehrslärm besonders negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem haben kann. Dies wurde durch die Arbeitsgruppe um Prof. Münzel bei der Erarbeitung des Studienprotokolls berücksichtigt:
Gesunden Probanden wird in mehreren Testnächten eine unterschiedliche Anzahl von Zugvorbeifahrten in einer standardisierten Weise per MP3-Player vorgespielt - in der Testnacht mit den meisten Vorbeifahrten sind das immerhin 60 Stück. Eine weitere Testnacht ohne Zuglärm dient als Kontrollnacht. Den Probanden wird ein Abspielgerät zur Verfügung gestellt, damit sie die Versuchsnächte in gewohnter Umgebung zu Hause verbringen können. Damit soll eine Beeinflussung der Testergebnisse durch eine ungewohnte Umgebung vermieden werden.
Während der Versuchsnächte erfolgt eine kontinuierliche Aufzeichnung von Herzrhythmus, Blutdruck, sowie der Sauerstoffsättigung des Blutes mittels moderner, eigens für die Studie beschaffter Messgeräte, welche der Proband bequem am Handgelenk tragen kann. Durch die lückenlose Aufzeichnung der genannten
Parameter können anschließend selbst geringe Veränderungen der untersuchten Parameter nachvollzogen werden.
Nach jeder Testnacht wird im Labor des Zentrums für Kardiologie die Endothelfunktion (Gefäßfunktion) der Unterarmarterie durch Ultraschall ermittelt. Dies ist besonders relevant, da eine schlechte Endothelfunktion eine Vorstufe von Arteriosklerose darstellt, also der krankhaften Veränderung von Gefäßen, die zum Beispiel Bluthochdruck und Herzinfarkten vorausgeht. Außerdem wird Blut zur Analyse von unterschiedlichen wichtigen Laborwerten abgenommen. Jeder Proband erhält eine Aufwandsentschädigung.
Mit den 60 Zugvorbeifahrten und einem maximalen Spitzenlärmpegel von 75 dB(A) wird den Probanden weniger zugemutet, als Anwohner teilweise an stark befahrenen Bahntrassen zu ertragen haben. "Im Mittelrheintal werden Spitzenlärmpegel von bis zu über 90 dB(A) gemessen, und zeitweise fahren pro Nacht mehr als 60 Züge", berichtet Dr. Johannes Herzog, der zuständige Studienarzt.
 "Die Probanden riskieren mit ihrer Teilnahme keineswegs dauerhaft schädliche Auswirkungen auf ihre Gesundheit", erklärt Prof. Münzel. Dies liegt daran, dass erst nach längerer und konstanter Beschallung mit hohen Lärmpegeln bleibende Veränderungen oder Schäden eintreten. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn Personen neben Bahntrassen wohnen. Veränderungen, die durch die Testnächte auftreten, sind reversibel, also umkehrbar, und lassen sich nur wenige Stunden nachweisen. Prof. Münzel: "Die Testpersonen riskieren also nur ein oder zwei Nächte schlecht zu schlafen, und es dient dem Wohle der Wissenschaft..."
"Wir sind froh, dass die Deutsche Herzstiftung die Bedeutung dieser Umweltfaktoren für unsere Gesundheit erkannt hat und uns bei unserer Forschung unterstützt", so Münzel weiter. "Wir gehen davon aus, dass die Studie schon im nächsten Jahr wichtige Ergebnisse liefern wird."

Einen Beitrag des SWR zum Thema finden Sie hier.

Prof. Thomas Münzel und Studienarzt Dr. Johannes Herzog

10 Jahre Stiftung Mainzer Herz: Bildhauerin Rosi Röhm spendet Skulptur zur Versteigerung

23.10.2017

Im Foyer des Mainzer Hyatt-Hotel steht seit dem 23. Oktober einen Skulptur aus Sandstein - gefertigt von der Jugenheimer Bildhauerin Rosi Röhm. Die 73 cm hohe Figur, eine in sich ruhende junge Frau, ist ein Geschenk der Künstlerin zugunsten der Stiftung Mainzer Herz anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens. Und: die Figur kann ersteigert werden!

Rosi Röhm: "Ich bewundere die Arbeit der Stiftung Mainzer Herz, insbesondere das Programm der Kinderakademie Gesundheit. Das, was Professor Münzel in den vergangenen zehn Jahren auf den Weg gebracht hat, verdient Unterstützung. Ich will es als Künstlerin auf meine Weise mit dieser Form der Spende tun." 

Professor Münzel hat sich im Atelier der Künstlerin in Jugenheim für diese Skulptur entschieden. Er ist beeindruckt vom Gesichtsausdruck der Figur, der sich bei unterschiedlicher Beleuchtung verändert.

Professor Thomas Münzel: "Ich bin dankbar für dieses Geschenk - durch die Ersteigerung wird die Stiftung unterstützt. Ich hoffe auch in diesem Jahr auf einen nennenswerten Ertrag, nachdem bei der letzten Versteigerung einer der Skulpturen von Frau Röhm 8.000 Euro für die Stiftung erzielt werden konnten."

Frank Heckelmann, Generaldirektor des Hotels: "Ich freue mich sehr, dass wir in unserer Hotellobby einen schönen Platz für die Skulptur gefunden haben, und somit möglichst viele Gäste und Mainzerinnen und Mainzer das Kunstwerk bewundern und ein Gebot abgeben können."

Wer den Zuschlag erhält, bekommt das Kunstwerk am 18. November 2017 im Mainzer Kurfürstlichen Schloss beim Jubiläumsball der Stiftung überreicht.

Geboten werden kann bis 16. November 2017 um 12 Uhr per E-Mail an:  info@herzstiftung-mainzer-herz.de

Informationen über die jeweils aktuellen Gebote gibt es auf unserer Homepage und bei Facebook.

Für den Zuschlag über 1.000 Euro (dem Mindestgebot für das Kunstwerk) gibt es eine steuerlich abzugsfähige Spendenbescheinigung.

v.l.n.r.: Frank Heckelmann, Generaldirektor Hyatthotel Mainz, Rosi Röhm und Prof. Thomas Münzel

03.10.2017

Die Stiftung Mainzer Herz auf dem Tag der Deutschen Einheit

Der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit wurden in diesem Jahr in Mainz begangen. Die Festmeile zog sich durch die ganze Innenstadt - die Stiftung Mainzer Herz war auf dem Bischofsplatz mit einem Stand dabei. Die Besucher konnten dort das begehbare Herz bestaunen und sich über die Arbeit der Stiftung informieren.
 

02.08.2017

Neues Lindenberg-Bild für 12.000 Euro versteigert


Die Stiftung Mainzer Herz feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen - zu diesem Anlass unterstützt Udo Lindenberg die Stiftung erneut mit einem selbstgemalten Werk: dem "Powerherz."

Das Bild wurde zugunsten der Stiftung versteigert - die Auktion lief bis zum 1.8.2017 - das Höchstgebot lag bei 12.000 Euro. Wir bedanken uns für das großzügige Gebot und gratulieren dem neuen Besitzer - die Übergabe des Bildes erfolgt auf dem Stiftungsball im November in Mainz. 
Die bisherigen Lindenberg-Werke für die Stiftung finden Sie hier.

21.07.2017

Stiftung begrüßt 200. Mitglied des Freundeskreises

Gegründet im Jahre 2007 hat die Stiftung Mainzer Herz die Zahl der Mitglieder im Freundeskreis stetig erhöht. Aktuell konnte mit Erwin Stufler aus Mainz das 200. Mitglied aufgenommen werden.

"Über dieses neue Mitglied freue ich mich besonders", kommentiert Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin und Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer Herz. "Herr Stufler beschäftigt sich seit Jahren aktiv mit dem Problem Fluglärm. Mit seinem Engagement trägt er dazu bei, dass immer wieder auf die Gefahren, die vom Fluglärm ausgehen, hingewiesen wird", so Münzel weiter.

"Die Stiftung Mainzer Herz liegt mir am Herzen. Ich habe deshalb beschlossen, dem Freundeskreis der Stiftung Mainzer Herz beizutreten. Ein wichtiger Aspekt der Stiftung ist die Arbeit im Bereich Vorbeugung oder Prävention: zum einen mit der Durchführung der Kinderakademie Gesundheit und zum anderen mit den Forschungsarbeiten der Universitätsmedizin im Bereich Fluglärm. Hier ist es der Arbeitsgruppe von Professor Münzel gelungen, die Mechanismen aufzuklären, wie Fluglärm die Gefäße schädigt. Forschung kostet Geld und mit meinem Beitrag helfe ich, diese für uns alle so wichtige Forschung zu unterstützen", so Erwin Stufler.

07.06.2017

Golfturnier der Stiftung erspielt 30.000 Euro für die GHS

Am Freitag, den 02. Juni 2017, fand wieder das Stiftungs-Golfturnier statt, auf dem Gelände des Golfclubs in Sankt Johann in Rheinhessen. Fast 90 Teilnehmer nahmen teil - so viele wie noch nie. Der erspielte Erlös von 30.000 Euro kommt wieder der Gutenberg-Gesundheitsstudie (GHS) zugute.
Ziel der im Jahr 2007 gestarteten GHS ist der Aufbau einer Biodatenbank. Die mittels dieser Biodatenbank gewonnenen Erkenntnisse sollen einen zentralen Beitrag dazu leisten, das individuelle Risiko für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs-, Augen- und Stoffwechselerkrankungen sowie von Erkrankungen des Immunsystems und der Psyche früher vorhersagen zu können und somit Diagnostik und Therapie zu verbessern. Die interdisziplinäre bevölkerungsrepräsentative Studie ist eine der weltweit größten ihrer Art.

Prof. Münzel (rechts) übergibt den Scheck an den Leiter der Gutenberg-Gesundheitsstudie, Prof. P. Wild

28.04.2017

Rudi Cerne ist neues Kuratoriumsmitglied

Der Sportmoderator Rudi Cerne ist dem Kuratorium der Stiftung Mainzer Herz beigetreten. Prof. Münzel überreichte ihm nun in der Mainzer Unimedizin die Mitgliedsurkunde.
Die Stiftung Mainzer Herz freut sich über das neue Mitglied und seine Unterstützung!

Prof. Münzel (rechts) übergibt Rudi Cerne die Ernennungsurkunde

19. April 2017

Neue minimal-invasive Behandlungsmethode von Spätfolgen eines Vorderwandinfarktes
Erfolge auch durch die Unterstützung der Stiftung Mainzer Herz

Mit erstmalig eingesetzter modernster dreidimensionaler Bildgebung ist es im Herzzentrum der Mainzer Unimedizin gelungen, die krankhafte Aussackung der Herzspitze und die dadurch bedingte Herzschwäche nach einem Vorderwandinfarkt zu beseitigen. Diese minimal-invasive, besonders schonende Methode ist in dieser Form weltweit erstmals durchgeführt worden. Was den neuen Ansatz von der etablierten Methode unterscheidet: Die Ärzte mussten bei diesem Eingriff den Brustkorb der 53-jährigen Patientin nicht öffnen. Auch konnten sie auf den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine verzichten.

Der Eingriff erfolgte unter Vollnarkose bei schlagendem Herzen. Das OP-Team um die Kardiologen Dr. Ralph Stephan von Bardeleben und PD Dr. Eberhard Schulz sowie Dr. Walter Kasper-König aus der Klinik und Poliklinik für Herz-Thorax- und Gefäßchirurgie platzierte dabei über die rechte Halsvene und die Herzspitze unterhalb der linken Brust vier Titananker im rechten Herzen und an der Außenseite des linken Herzens. Mittels der Titananker gelang es, die Aussackung des Herzens (im Fachjargon Aneurysma) zu entfernen.

Zuvor wurde der Eingriff mit dreidimensionaler Bildgebung geplant. Dabei kam die so genannte Multislice-Computertomographie (MSCT) in Verbindung mit der 3D-Echokardiographie und der Fluoroskopie (Röntgendurchleuchtung) zur Anwendung. Zwei Tage nach dem Eingriff erfolgte die Erfolgskontrolle mit 3D-Ultraschall und 3D-Computertomographie. "Es zeigte sich eine verbesserte Form des linken Herzens, eine Abnahme der Größe der krankhaft erweiterten Herzkammer um 30 Prozent und eine leichte Zunahme der Pumpleistung des linken Herzens um 20 Prozent", erklärte Dr. Eberhard Schulz.
Die Patientin konnte bereits am Folgetag mobilisiert und nach 5 Tagen entlassen werden.

Nach Ansicht des Direktors der Kardiologie I, Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, hat die steigende Zahl der Interventionen und der hohe Erfahrungsstand der implantierenden Ärzte dazu geführt, dass die Verfahren insgesamt immer sicherer geworden sind. "Von der neuen minimal-invasiven Methode zur Behandlung von Spätfolgen eines Vorderwandinfarktes profitieren vor allem Patienten mit zahlreichen Begleiterkrankungen. Denn charakteristisch für das neue Verfahren ist die sehr geringe Komplikationsrate", so Prof. Münzel.

11.04.2017

Haben Radikalenfänger einen positiven Effekt auf durch Lärm verursachte Gefäßfunktionsstörungen?

Mainzer Wissenschaftsstiftung fördert Lärm-Forschungsprojekt des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz

In einer im Februar im European Heart Journal veröffentlichten Studie konnte die Arbeitsgruppe um Prof. Münzel die Mechanismen entschlüsseln, die für Gefäßschaden infolge von Fluglärm verantwortlich sind. Auf Basis dieser Erkenntnis soll nun untersucht werden, ob Radikalenfänger wie Vitamin C oder E diese Gefäßfunktionsstörungen positiv beeinflussen können. Die Mainzer Wissenschaftsstiftung fördert dieses Projekt mit 10.000 Euro.
Die Ergebnisse der Studie wurden im Februar 2017 im European Heart Journal publiziert. Im Vordergrund des Gefäßschadens, ausgelöst durch Fluglärm, stand eine ausgeprägte Bildung freier Radikale. Mit dem neu geplanten Projekt gilt es nun zu untersuchen, ob sich eine durch Lärm hervorgerufene Gefäßfunktionsstörung durch die gleichzeitige Gabe von Radikalenfängern wie Vitamin C beziehungsweise E positiv beeinflussen lässt. Das Projekt ist auf einen Zeitrahmen von einem Jahr festgelegt. "Ich freue mich über die Unterstützung durch die neu gegründete Mainzer Wissenschaftsstiftung. Hiermit wird ein Projekt unterstützt, das den Fokus auf einen neuen, wichtigen Herzkreislauf-Risikofaktor legt, nämlich den Lärm", so Prof. Münzel.

23.03.2017

Sitzung des Kuratoriums der Stiftung Mainzer Herz

Am 23. März kam das Kuratorium der Stiftung Mainzer Herz zu seiner jährlichen Sitzung in Mainz zusammen. Das vergangene Jahr der Stiftung wurde noch einmal beleuchtet - und die Projekte und Plläne für 2017 vorgestellt. Das neue Jahr steht ganz unter dem 10-jährigen Jubiläum der Stiftung.
Im Rahmen des Treffens erhielten die neuen Kuratoriumsmitglieder ihre Ernennungsurkunde - die Stiftung darf als neue Mitglieder begrüßen: Rudi Cerne, Lisa Ruhfus, Theo Stauder und Dr. Elke Frank.
Neue Mitglieder im Vorstand sind Heidemarie Stoll und Thorsten Mühl. Mit Dank wurden die Vorstandsmitglieder Hans-Artur Bauckhage und Hans-Joachim Metternich verabschiedet - beides Männer der ersten Stunde der Stiftung.
Als Vertretung von Frau Ministerpräsidentin Malu Dreyer kam Frau Ministerin Hubig und würdigte das Engagement der Stiftung vor allem im Bereich der Kinderakademie. 
Die Stiftung freut sich über Einnahmen in 2016 von über 400.000 Euro.

 

 

v.l.n.r.: R. Hauck, Prof. T. Münzel, H.-J. Metternich, H.-A. Bauckhage

16.03.2017

Große Anerkennung für aktuelle Mainzer Fluglärmstudie durch Zeitschrift "Nature"
Neue Studie wird als "Research Highlight" vorgestellt

Kürzlich ist es den Mainzer Wissenschaftlern gelungen, in einem neu entwickelten Modell die Mechanismen zu entschlüsseln, über die Fluglärm Gefäßschäden auslöst. Bei der Untersuchung konnte die Arbeitsgruppe um Studieninitiator Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor Kardiologie I im Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz, die molekularen Mechanismen identifizieren, über die Fluglärm Gefäßschäden verursacht. Schon nach kurzer Zeit sorgte diese Studie für ein weltweites Echo. In der renommierten Zeitschrift Nature wurde die Studie nun sogar als Research Highlight vorgestellt.

„Dass das renommierte Nature-Magazin die von uns initiierte Studie als 'Research Highlight' auserkoren hat, unterstreicht ihren hohen Stellenwert für die weltweite Fluglärmforschung“, sagt Prof. Münzel.

Verantwortlich für die Gefäßschaden waren in erster Linie eine vermehrte Bildung freier Radikale, zum Beispiel durch Einwandern von Entzündungszellen in die Gefäßwand und durch Aktivieren von zwei Enzymen, die Nicotinamidadenindinukleotidphosphat-Oxidase (NADPH Oxidase) und Stickstoffmonoxidsynthase (NOS). Gleichzeitig wurden die Gene beschrieben, die durch Fluglärm hoch und herunter reguliert werden.

Die Studie wird seitens Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel als Durchbruch in der Lärmforschung angesehen, da deren Ergebnisse es nun ermöglichen, spezifische Strategien zu entwickeln, die zu einer Abschwächung von Lärm-induzierten Gefäßschäden führen. Auch ist es auf Basis dieser Studie möglich zu testen, inwieweit Herz-Kreislauf-wirksame Medikamente Lärmschäden an Gefäßen verhindern können.

Die Studie wurde finanziell durch die Stiftung Mainzer Herz unterstützt.

Die Besprechung des Manuskriptes kann unter www.nature.com/nrcardio/journal/v14/n4/full/nrcardio.2017.32.html eingesehen werden.

 

17.02.2017

Durchbruch bei der Lärmforschung:
Neue Studie der Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz entschlüsselt Mechanismen, die für Gefäßschaden infolge von Fluglärm verantwortlich sind

Fluglärm führt langfristig zu einer vermehrten Ausbildung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 2013 ist es der Arbeitsgruppe von Professor Münzel gelungen nachzuweisen, dass simulierter Nachtfluglärm das Stresshormon Adrenalin erhöht, die Schlafqualität vermindert und einen Gefäßschaden, genannt endotheliale Dysfunktion, auslöst. Die molekularen Mechanismen dieser Gefäßschädigung waren bis jetzt jedoch unbekannt. In einem neu entwickelten Tiermodell konnten die Wissenschaftler nun messbar feststellen, dass Fluglärm eine deutliche Erhöhung der Stresshormone, eine Gefäßfunktionsstörung, erhöhten oxidativen Stress in den Gefäßen und eine deutliche Änderung der Expression von Genen in der Gefäßwand nach sich zieht. Zudem entschlüsselten sie die Enzyme, die für den Gefäßschaden verantwortlich sind. Die Ergebnisse dieser Studie ermöglichen es erstmalig, spezifische Strategien zu entwickeln, die die durch Lärm ausgelösten negativen Konsequenzen für Gefäße abschwächen. Die im European Heart Journal, dem renommiertesten kardiologischen Journal in Europa, veröffentlichte Studie bezeichnen die Wissenschaftler als Durchbruch in der (Flug)-Lärmforschung. Die Ergebnisse wurden nun am 17.2.16 in der Universitätsmedizin Mainz vorgestellt.

Im Rahmen dieser neuen Studie wurden die Effekte von zwei unterschiedlichen Lärmszenarien auf die Gefäße in einem Tiermodell getestet. In dem einen Lärmszenario wurden Mäuse für vier Tage mit Fluglärm, in dem anderen für vier Tage mit Umgebungslärm ("White Noise") ausgesetzt. Die mittlere Schallintensität war identisch. Die Arbeitsgruppe stellte fest, dass Fluglärm, ähnlich wie bei den mit Fluglärm exponierten gesunden Probanden in der Vorgängerstudie, innerhalb eines Tages schon eine endotheliale Dysfunktion auslöst, eine Überempfindlichkeit gegenüber gefäßverengenden Substanzen verursacht und die Stresshormonspiegel deutlich ansteigen lässt. Dies führt unter anderem zu einem Bluthochdruck. Verantwortlich hierfür war in erster Linie eine vermehrte Bildung freier Radikale als Folge des Fluglärms. Die Arbeitsgruppe identifizierte zwei Radikal-bildende Enzyme: die Nicotinamidadenindinukleotidphosphat-Oxidase (NADPH Oxidase) und Stickstoffmonoxidsynthase (NOS). Interessanterweise hatten gleiche Lärmpegel mit Umgebungslärm innerhalb von vier Tagen keine negativen Folgen für die Gefäße.

Die an der Studie beteiligte Arbeitsgruppe von Prof. Erwin Schmidt vom Institut für Molekulare Genetik der Johannes Gutenberg-Universität analysierte die Erbanlagen (Gene) in den Gefäßen, die durch den Lärm entweder hoch- oder herunterreguliert werden. "Im Vordergrund stand hierbei die Änderung der Regulation derjenigen Gene, die für den Spannungszustand der Gefäße, die Gefäßwandstruktur und den Gefäßzelltod verantwortlich sind", so Prof. Schmidt.

Nach Auffassung der Studieninitiatoren Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor Kardiologie I im Zentrum für Kardiologie, Univ.-Prof. Dr. Andreas Daiber, Leiter der Molekularen Kardiologie im Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz und Prof. Dr. Erwin Schmidt bedeuten die Ergebnisse einen Durchbruch in der Lärmforschung. "Da traditionelle Risikofaktoren über die gleichen Mechanismen zu Gefäßfunktionsstörungen führen, muss man damit rechnen, dass Lärm die Wirkung von Herzkreislaufrisikofaktoren verstärkt und damit den Prozess der Gefäßverkalkung stimuliert", schließen die drei Wissenschaftler aus ihren Ergebnissen.

"Erstmals wird es nun auch möglich sein zu testen, inwieweit Herz- und Kreislaufwirksame Medikamente Fluglärm-induzierte Schäden an Gefäßen verhindern können. Zudem werden wir in naher Zukunft auch die Effekte von Straßen- und Schienenlärm untersuchen", so Prof. Münzel.

Die Studie wurde finanziell durch die Stiftung Mainzer Herz und die Boehringer Ingelheim Stiftung (Projekt: Neue und vernachlässigte Herzkreislaufrisikofaktoren) unterstützt.

Originalpublikation:

Thomas Münzel, Andreas Daiber, Sebastian Steven, Lan P. Tran, Elisabeth Ullmann, Sabine Kossmann, Frank P. Schmidt, Matthias Oelze, Ning Xia, Huige Li, Antonio Pinto, Philipp Wild, Kai Pies, Erwin R. Schmidt, Steffen Rapp und Swenja Kröller-Schön „Effects of noise on vascular function, oxidative stress, and inflammation: mechanic insight from studies in mice“, European Heart Journal DOI 10.1093/eurheart/ehx081

Die Publikation ist abrufbar unter:

https://academic.oup.com/eurheartj/article-lookup/doi/10.1093/eurheartj/ehx081

16.02.2017

Kinderakademie 2017: erfolgreiche Kooperation wird fortgesetzt - und neue Unterstützer

Die Kinderakademie Gesundheit der Stiftung Mainzer Herz wird auch in diesem Jahr mit großer Unterstützung fortgesetzt: durch die AOK Rheinland-Pfalz-Saarland, "Mainz 05 hilft e.V.". Der Verein "Together with Friends e.V." (vormals ORGENTEC & Friends e.V.) steigt als neuer Förderer des Präventionsprogramms ein.

„Die Kinderakademie Gesundheit ist sicher unser Leuchtturmprojekt und ich lasse es mir nicht nehmen, den Unterricht bei den Kindern mit dem Thema: "Warum ist Rauchen schädlich" persönlich durchzuführen“, so Prof. Münzel, Initiator der Stiftung Mainzer Herz und Direktor am Zentrum für Kardiologie, Kardiologie I der Universitätsmedizin Mainz. Zusammen mit Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, berichtete er bei der Pressekonferenz am 16.2. über die erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Kinderakademie im vergangenen Jahr.  
Prof. Münzel stellt im Weiteren die Ergebnisse der Umfrage zum Thema Rauchen unter den teilnehmenden Schülern der Kinderakademie im Jahr 2016 vor. „Wie in den Vorjahren lässt sich ein deutliches soziales Gefälle beobachten, wonach Kinder und Jugendliche der IGS und Realschulen häufiger rauchen, selbst E-Zigaretten sowie Shishas kaufen und ausprobieren als Schüler von Gymnasien. Diese Kinder sind auch mehr vom Passivrauchen betroffen. 25% dieser Gruppe rauchen im Gegensatz zu 4% der Gruppe Schüler, die ein Gymnasium besuchen. Des Weiteren rauchen knapp 40% der Eltern von Realschulkindern und davon 15% sogar in der Wohnung.“  
In einer Studie konnte zuletzt nachgewiesen werden, dass Rauchverbote bei Passivrauchern zu einem Rückgang der Herzinfarktrate um 14% geführt haben.

Nach wie vor sterben fast 50% der Deutschen an Herzkreislauferkrankungen. Wir sind die Europameister im Dicksein und Weltmeister im Bluthochdruck. Insofern ist Prävention im Herzkreislaufbereich von äußerster Wichtigkeit. Aus diesen Gründen hat die Stiftung Mainzer Herz die Kinderakademie Gesundheit ins Leben berufen, um Kindern im Alter von 12-13 Jahren zu erklären, warum Rauchen schädlich ist, warum man sich bewegen muss und wie man sich gesund ernährt. Zudem werden die Kinder im Bereich Wiederbelebung ausgebildet.
Im Jahr 2016 hat die Stiftung Mainzer Herz 45 Schulklassen mit insgesamt 1139 Schülerinnen und Schülern aus ganz Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland unterrichtet.
Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland hat dieses Projekt auch 2016 unterstützt und hat bereits für die nächsten 2 Jahre Fördermittel zugesagt. "Gerne fördern wir diese lobenswerten Präventionsprojekte, denn aktive Jugendarbeit gehört in einer alternden Gesellschaft zu unser aller Aufgabe und ist gerade bei der Gesundheitskasse ein zentrales Thema“, betont Dr. Irmgard Stippler von der AOK. "Wir müssen die Kinder und Jugendlichen aufklären und die Lust auf gesunde Lebensweise wecken, denn gerade im Kindesalter kann das Gesundheitsverhalten durch sorgende Netzwerke noch positiv beeinflusst werden“. 

Als neuen Partner konnte die Stiftung Mainzer Herz für 2017 den Verein "Together with Friends e.V." gewinnen. Der Vorstand Dr. Stephan Becker und Dr. Wigbert Berg werden in diesem Jahr die Arbeit der Kinderakademie mit einem finanziellen Beitrag in Höhe von 10000 EUR unterstützen. “Wir sind fasziniert von dieser Rheinland-Pfalz-weiten Initiative der Stiftung Mainzer Herz”, kommentiert Dr. Becker, “und wir glauben, dass, der von dieser Veranstaltung gewählte Focus mit den Themen, Rauchen, gesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung und Wiederbeleben, genau der richtige Ansatz ist, um Herzkreislaufprävention im Kindesalter erfolgreich durchzuführen. Die Zielsetzung der Kinderakademie im Rahmen der Stiftung Mainzer Herz deckt sich mit den Zielen unseres gemeinnützigen Vereins „Together with Friends“ zur ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge, insbesondere der Suchtprävention und Ernährungsschulung. Daher freuen wir uns, die im Rahmen der Kinderakademie geleistete herausragende Arbeit für die Jugend, mit unserer Unterstützung begleiten zu dürfen.“

Wieder unterstützen wird Mainz 05 hilft e.V. die Kinderakademie durch ihr zur Verfügung stellen der OPEL Arena für ein Event. “Wir kennen das Engagement von Prof. Münzel nun schon seit mehreren Jahren und unterstützen ihn gerne bei seinem Präventionsunterricht für Kinder, um Herzkreislauferkrankungen vorzubeugen.“ kommentiert Harald Strutz,  Präsident des 1. FSV Mainz 05.

Die Kooperationspartner der Stiftung Mainzer Herz für die Kinderakademie Rheinland-Pfalz
2017: v.l. Harald Strutz, Univ.-Prof. Dr. med. Thomas Münzel, Dr. Irmgard Stippler, Dr.
Stephan Becker

12.01.2017

Mainzer Herz-Stiftungsball erzielt 130.000 Euro für Stiftung Mainzer Herz

Professor Thomas Münzel übergibt dem Schatzmeister der Stiftung Mainzer Herz, Ralf Hauck, einen Scheck in Höhe von 130.000 Euro, Erlös des Herz-Stiftungsballs vom November 2016

Der Herzball 2016 im Mainzer Schloss war ein großer Erfolg. Nicht nur das Programm - hervorragend moderiert durch Lisa Ruhfus - sowie der Auftritt des iPad Zauberers Simon Pierro trugen zu dem Erfolg bei sondern auch die erzielten Erlöse in Höhe von 128.000 Euro.
"Das ist ein großer Erfolg für uns", so Prof. Thomas Münzel, Direktor der Kardiologie I im Zentrum für Kardiologie an der Universitätsmedizin Mainz und Mitglied des Vorstands der Stiftung Mainzer Herz. „Damit ist Kinderakademie Gesundheit im Jahr 2017 finanziert. Darüber hinaus bleiben noch Mittel, um die Gutenberg-Gesundheitsstudie, die mittlerweile Weltruf hat, mit einem großen Betrag zu unterstützen. Besonderer Dank gilt unserem Kuratoriumsmitglied Frank Elstner, der die Moderatorin und den Zauberer vermittelt hat und auch selbst am Ball teilnahm, so Münzel weiter.
"Die Erwartungen wurden deutlich übertroffen", ergänzt Ralf Hauck, Schatzmeister der Stiftung Mainzer Herz. "Der Ball war mit knapp 350 Teilnehmern zum zweiten Mal in Folge komplett ausverkauft. Er hat in seiner jetzigen Form hier in Mainz sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal", kommentiert Hauck weiter.
Der Termin für den nächsten, nunmehr 8. Herzball im Mainzer Schloss ist für den 18. November 2017 vorgesehen. Bei diesem Ball wird das Feiern des 10-jährigen Bestehens der Stiftung Mainzer Herz im Vordergrund stehen.

Prof. T. Münzel übergibt den Spendenscheck an Ralf Hauck, Schatzmeister der Stiftung