Pressemitteilungen 2019

26.03.2019

Teilnehmer der Kinderakademie 2019 ausgelost

Stiftung Mainzer Herz und Förderer des Projekts losen aus 77 Bewerbungen 40 Plätze
für die Kinderakademie Gesundheit Rheinland-Pfalz 2019 aus

Die Kinderakademie Gesundheit Rheinland-Pfalz der Stiftung Mainzer Herz stößt weiterhin auf hohe
Resonanz. So gibt es auch in 2019 für die insgesamt 40 zur Verfügung stehenden Plätze fast doppelt
so viele Bewerbungen. Beworben haben sich Klassen aus ganz Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland
(Nalbach) auf die Ausschreibung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und
Kultur. Prof. Thomas Münzel, Initiator und Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer Herz:"Wir freuen uns sehr über den nach wie vor großen Zuspruch für unser Leuchtturmprojekt – die
Kinderakademie. In diesem Jahr erwarten wir außerdem den Besuch der Staatsministerin Sabine
Bätzing-Lichtenthäler. Sie wird uns beim Sondertermin in der OPEL ARENA beim 1. FSV Mainz 05
e.V. Rede und Antwort stehen."
Am 26.3.2019 hat das Los entschieden: Zum Sondertermin OPEL ARENA werden 5 Klassen aus den
Schulen IGS Rockenhausen, Realschule plus Cochem, Hilda Gymnasium Koblenz, Realschule plus
Lingenfeld und IGS Pellenz aus Plaidt eingeladen. Die Auslosung der insgesamt 40 Plätze erfolgte mit
Vertretern aller Förderer des Programms. Die Stiftung Mainzer Herz war vertreten durch Prof.
Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie und Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer
Herz. Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse vertraten diesmal Martina
Ebener und Jan Rößler.
Dr. Stephan Becker und Dr. Wigbert Berg (Vorstand des Vereins Together with Friends e.V.)
erklärten ihre Motivation zur Unterstützung der Kinderakademie: "Die Zielsetzung der Kinderakademie
im Rahmen der Stiftung Mainzer Herz deckt sich mit den Zielen unseres gemeinnützigen Vereins
'Together with Friends', zur ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge, insbesondere der Suchtprävention
und Ernährungsschulung. Soziale Verantwortung und das entsprechende Engagement müssen
greifen, lange bevor Probleme entstehen."
Und Gisela Görisch vom Verein Mainz 05 hilft e.V. bestätigte: "Die Kinderakademie Gesundheit ist
eine gute Chance, schon bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein für das eigene Leben zu
wecken und Möglichkeiten aufzuzeigen, positiv auf die Gesundheit einzuwirken."
Die Schüler der Klassenstufen 6-8 erfahren bei der Kinderakademie in einem vierstündigen,
interaktiven Unterricht, warum Rauchen schädlich ist, warum man sich gesund ernähren und
genügend bewegen muss. Um den Kindern die Funktion des Herz-Kreislaufs spielerisch näher zu
bringen, stehen ein begehbares Herzmodell und das Herz-Kreislauf-Spiel zur Verfügung. Den
Abschluss des Unterrichts bildet ein einstündiges Wiederbelebungstraining.

"Gerne fördern wir die Kinderakademie Gesundheit 2019 als lobenswertes Präventionsprojekt, denn
aktive Jugendarbeit gehört in einer alternden Gesellschaft zu unser aller Aufgabe und ist gerade bei
der Gesundheitskasse ein zentrales Thema", betont Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse. "Wir müssen die Kinder und Jugendlichen
aufklären und die Lust auf gesunde Lebensweise wecken sowie Spaß an Gesundheit vermitteln.
Besonders im Kindesalter kann das Gesundheitsverhalten durch sorgende Netzwerke noch positiv
beeinflusst werden", so Niemeyer weiter. "Die AOK führt im Anschluss an die Kinderakademie
Ernährungsworkshops direkt in den Schulen durch, um den Bereich gesunde Ernährung noch weiter
nachhaltig zu vertiefen. Ziel: Der richtige Mix macht fit und leistungsfähig, um den Schulalltag zu
meistern. Die AOK – Die Gesundheitskasse ist seit rund 30 Jahren ein kompetenter Ansprechpartner
zum Thema Prävention von Anfang an und arbeitet Hand in Hand mit der Stiftung Mainzer Herz
zusammen."
Neben der Stiftung Mainzer Herz beteiligen sich die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die
Gesundheitskasse, „Mainz05 hilft e.V.“ und der Verein „Together with friends e.V.“ finanziell an dem in
seiner Art einmaligen Präventionsprogramm.
Die ausgelosten Schulklassen werden in den nächsten Tagen von der Stiftung Mainzer Herz informiert
und zudem über die Homepage der Stiftung bekanntgegeben.

12. März 2019

Luftverschmutzung verkürzt das Leben der Europäer um rund zwei Jahre

Neubewertung der Gesundheitsrisiken durch Luftschadstoffe ergibt unerwartet hohes Sterblichkeitsrisiko speziell durch Herzkreislauferkrankungen

Luftverschmutzung wird als Gesundheitsgefahr deutlich unterschätzt, auch wenn es derzeit eine hitzige Diskussion über Stickoxide, Feinstaub und Dieselfahrverbote gibt. Ein Wissenschaftlerteam um Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie und Thomas Münzel, Professor an der Universitätsmedizin Mainz hat nun ermittelt, dass Luftverschmutzung die durchschnittliche Lebenserwartung der Europäer um rund 2 Jahre verringert. Weltweit sterben laut der Studie jährlich etwa 120 Menschen pro 100.000 Einwohner vorzeitig an den Folgen von verschmutzter Luft, in Europa sogar 133 und damit mehr als im globalen Durchschnitt. In mindestens der Hälfte der Fälle sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache. 
Schlechte, insbesondere mit Feinstaub belastete Luft führt zu Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen und stellt offenbar ein größeres Gesundheitsrisiko dar als bislang angenommen. Denn mit ihrer Studie, die in der aktuellen Ausgabe des European Heart Journals veröffentlicht wird, aktualisierten die Mainzer Forscher jüngste Berechnungen des Global Burden of Disease (GBD), einer weltweiten Gesundheitsstudie und auch Ergebnisse eigener früherer Untersuchungen[1]: Bis vor Kurzem gingen sie von einer globalen Sterblichkeitsrate durch Luftverschmutzung von rund 4,5 Millionen Menschen pro Jahr aus. Der neu berechnete Wert liegt bei 8,8 Millionen pro Jahr. Allein in Europa sterben demnach jährlich knapp 800.000 Menschen vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung. Die Aktualisierung der Berechnungen wurde notwendig, da eine kürzlich veröffentlichte Studie die krankheitsspezifischen Gefährdungsraten gegenüber den Werten des GBD [2] deutlich höher ansetzt. "Da die GBD-Studie 41 umfangreiche Fallgruppenstudien aus 16 Ländern, inklusive China, berücksichtigt, bietet sie die beste derzeit verfügbare Datengrundlage“, sagt Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.

Verschmutzte Außenluft fordert mehr Opfer als Rauchen

Laut der Neuberechnung der Mainzer Forscher reiht sich schlechte Luft damit in die Liste der bedeutendsten Gesundheitsrisiken wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt die Mortalitätsrate durch Tabakrauch auf 7,2 Millionen Menschen pro Jahr – inklusive Passivrauchen. Somit ist verschmutzte Außenluft ein ähnlich großer Risikofaktor. Rauchen ist jedoch individuell vermeidbar, Luftverschmutzung hingegen nicht.

Die Forscher betonen, dass Feinstaubteilchen mit einem Durchmesser kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2,5) die Hauptursache für Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen sind, was die hohen Sterberaten erklärt, die schlechter Luft zugeordnet werden. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Europäische Grenzwert für Feinstaub, der für den Jahresdurchschnitt bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt, viel zu hoch ist“, sagt Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz. Der Wert liegt weit über der Richtlinie der WHO von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Für ihre Berechnungen ermittelten die Wissenschaftler aus Mainz zunächst die regionale Belastung mit Schadstoffen wie Feinstaub und Ozon mit Hilfe eines etablierten, datengestützten Atmosphärenchemiemodells. Diese Expositionswerte verknüpften sie mit krankheitsspezifischen Gefährdungsraten aus epidemiologischen Daten, sowie Bevölkerungsdichte und Todesursachen in einzelnen Ländern.

Feinstaubbelastung sollte gesenkt werden 

"Unsere Ergebnisse zeigen eine viel höhere Krankheitsbelastung durch Luftverschmutzung als bisher angenommen", sagt Münzel, der auch Initiator der Stiftung Mainzer Herz ist. "Luftverschmutzung muss als wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor anerkannt werden, da sie im Körper zusätzliche Schäden durch Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte verursacht[3]. Jetzt ist es noch dringlicher geworden, die Belastung durch Feinstaub weiter zu senken und die Grenzwerte anzupassen. Zudem muss Feinstaub als Verursacher von Herzkreislauferkrankungen stärker in den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in den Vordergrund gerückt werden."

Ersatz fossiler Brennstoffe durch saubere Energiequellen kann die Sterberate um mehr als die Hälfte reduzieren

Da ein Großteil des Feinstaubs und anderer Luftschadstoffe aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe stammt, plädieren die Wissenschaftler für den Ersatz fossiler Energieträger zur Energiegewinnung. "Wenn wir saubere, erneuerbare Energien einsetzen, erfüllen wir nicht nur die in Paris getroffenen Vereinbarungen zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels", sagt Jos Lelieveld, der auch Professor an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und am Cyprus Institute in Nikosia ist. "Wir können damit auch die von Luftverschmutzung verursachte Sterberate in Europa bis zu 55 Prozent verringern."

[1] Age-dependent health risk from ambient air pollution: a modelling study of childhood mortality in middle and low-income countries
 Jos Lelieveld, Andy Haines, Andrea Pozzer; The Lancet Planetary Health, 2. Juli 2018; pre-publication 29 June 2018

[2] Global estimates of mortality associated with long-term exposure to outdoor fine particulate matter
 Burnett et al.: Proceedings of the National Academy U S A. 115(38):9592-9597, doi: 10.1073/pnas.1803222115, 2018

[3] Effects of gaseous and solid constituents of air pollution on endothelial function.
Munzel T, Gori T, Al-Kindi S, Deanfield J, Lelieveld J, Daiber A, Rajagopalan S. Eur Heart J 2018;39(38):3543-3550.

Originalpublikation
Cardiovascular disease burden from ambient air pollution in Europe reassessed using novel hazard ratio functions. J. Lelieveld, K. Klingmüller, A. Pozzer, U. Pöschl, M. Fnais, A. Daiber und T. Münzel; European Heart Journal (2019), 00, 1–7; DOI: 10.1093/eurheartj/ehz135

Prof. Thomas Münzel und Prof. Jos Lelieveld

17.01.2019

Bischof Kohlgraf wird Ehrenkuratoriumsmitglied der Stiftung

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ist neues Ehrenkuratoriumsmitglied der Stiftung Mainzer Herz. Der Anfrage, ob er bereit wäre, Ehrenkuratoriumsmitglied in der Stiftung Mainzer Herz zu werden, hat Bischof Kohlgraf umgehend zugestimmt.  
Nach Übergabe der Kuratoriumsurkunde nutzte Bischof Kohlgraf die Gelegenheit, das Zentrum für Kardiologie an der Universitätsmedizin zu besichtigen. Beeindruckt war er vor allem von der Abteilung der Interventionellen Herzklappentherapie - ein Bereich, in dem die Universitätsmedizin eine Spitzenposition in Deutschland einnimmt. 
Die Stiftung Mainzer Herz freut sich über das neue prominente Kuratoriumsmitglied.

Bischof Peter Kohlgraf und Prof. Thomas Münzel bei der Übergabe der Urkunde


15.01.2019

Lindenberg-Werk an Max-Planck-Institut übergeben

Beim Herzball der Stiftung Mainzer Herz im November 2018 war das von Udo Lindenberg eigens für die Stiftung angefertigte Gemälde zum Thema Feinstaub versteigert worden und hatte 20.000 Euro erzielt.
Nun überreichte die Stiftung das Werk an das Mainzer Max-Planck-Institut. Als Dauerleihgabe wird es dort die Wände schmücken - Prof. Lelieveld, Leiter der Abteilung "Chemie der Atmosphäre", nahm das Bild von Prof. Münzel entgegen. Nicht ganz zufällig geht das Bild an das Institut: in seiner Abteilung forschen Prof. Lelieveld und seine Mitarbeiter auch rund um das Thema Feinstaub und seine Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit.

Prof. Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut, Prof. T. Münzel, Initiator der Stiftung

 

11.01.2019

Scheckübergabe: Mainzer Herzball erzielt 125.000 Euro für die Stiftung

Der Herzball der Stiftung am 17.11. war ein voller Erfolg - und erbrachte einen tollen Erlös von 125.000 Euro zugunsten der Stiftung Mainzer Herz. Professor Thomas Münzel übergab nun dem Schatzmeister der Stiftung Mainzer Herz, Ralf Hauck, den Scheck. 
Mit dem Geld werden die Projekte der Stiftung, vorallem die Kinderakademie Gesundheit, die Gutenberg-Gesundheitsstudie und die Herz-Kreislaufforschung im Bereich Lärm und Feinstaub, unterstützt.

 

 

Ralf Hauck, Schatzmeister und Vorstandsvors. der Stiftung, und Prof. T. Münzel