Pressemitteilungen 2019

13.08.2019

Der Lions Club Donnersberg sammelt 5000 Euro zur Unterstützung der Kinderakademie Gesundheit

Im Rahmen eines Vortrags bei den Donnersberger Löwen ging Universitätsprofessor Dr. med. Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie und Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer Herz auf das Thema Lärm und Luftverschmutzung, die neuen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, ein. Als Dankeschön gab es vom Lions Club einen großzügigen Scheck über 5000 Euro zugunsten der Stiftung Mainzer Herz.

Neuere Forschungsergebnisse belegen, dass insbesondere Fluglärm und Feinstaub zu Gefäßfunktionsstörungen, zu Bluthochdruck, zu Diabetes mellitus, zu einem Anstieg von Stresshormonen und zu erhöhtem oxidativen Stress in Gefäßen und Gehirn führt. Gleichzeitig gab Prof. Münzel einen Überblick über die Aktivitäten der Stiftung mit Fokus auf die Kinderakademie Gesundheit, die pro Jahr mehr als 1200 Kinder im Alter von 12-14 Jahren in den Themen Raucherprävention, gesunde Ernährung, Bewegung und auch Wiederbelebung unterrichtet.

Patrick Gagneur, der Pastpräsident des Lions Clubs berichtet: „Diese Forschungsergebnisse von Professor Münzel sind extrem spannend. Insbesondere die Befunde, wonach der Feinstaub und nicht das Stickstoffdioxid, welche bei der Dieselverbrennung entstehen, für Gefäßschäden verantwortlich ist. Auch die Befunde zu dem Thema Lärm und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Beeinträchtigung der Gehirnfunktion waren für mich neu. Wir bewundern das Engagement der Stiftung Mainzer Herz im Bereich Kinderakademie Gesundheit und mit unserer Spende möchten wir in erster Linie diese Aktivitäten der Stiftung unterstützen“.

Professor Münzel freute sich über die hohe Spendensumme von 5000€, die zu 100% der Kinderakademie der Stiftung Mainzer Herz zur Verfügung gestellt werden wird, und kommentierte: „Insgesamt haben wir schon mehr als 6000 Schulkinder aus ganz Rheinland-Pfalz unterrichtet und ich selbst lasse es mir nicht nehmen, an dem Unterricht zu dem Thema Rauchen, Shisha und E-Zigaretten zu referieren“. 
 

07.08.2019

Golfer erspielen 25.000 Euro für die Gutenberg-Gesundheitsstudie

Zum Benefiz-Golfturnier der Stiftung Mainzer Herz am 5. Juli kamen 87 Teilnehmer zum Golfclub im rheinhessischen Sankt Johann teil  - und erspielten insgesamt die Summe von 25.000 Euro. Der Betrag kommt wieder der Gutenberg-Gesundheitsstudie (GHS) zugute. Das Turnier fand bereits zum 7. Mal statt.

Der Initiator des Turniers und Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer Herz, Prof. Dr.  Thomas Münzel, zeigte sich zufrieden: „Ich freue mich über den eingespielten Spendenbetrag für die Gutenberg Gesundheitsstudie, einer der wichtigsten  Bevölkerungsstudien weltweit“.Neu bei der 2007 gestarteten GHS ist die Gutenberg-Seniors-Studie, bei der Probanden untersucht werden, die älter als 75 Jahre sind. Der Fokus liegt hierbei auf der Erforschung der Faktoren, die für Gesundheit im Alter verantwortlich sind. Zudem soll untersucht werden, inwieweit neue Risikofaktoren wie Lärm, Luftverschmutzung und auch zu kurzer bzw. häufig unterbrochener Schlaf die Lebenserwartung verkürzen.

26.07.2019

Caffè Stivale spendet Jubiläumserlös an die Stiftung Mainzer Herz

Das Mainzer Caffè Stivale feierte im März 2019 sein vierjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass verkaufte das Café in der Mainzer Altstad Popcorn und Zuckerwatte an nostalgischen Ständen. Den Erlös der Aktion von 250 Euro spendete Inhaberin Katharina Stiefel nun an die Stiftung Mainzer Herz - wir bedanken uns von ganzem Herzen!

16.07.2019

Kontinuierlich hohe Fluglärmbelastung auf dem Gelände der Universitätsmedizin

Das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz und die Universitätsmedizin Mainz präsentieren neue Messergebnisse


Die Fluglärmbelastung über der Universitätsmedizin Mainz ist sowohl tagsüber als auch nachts hoch. Das belegen die Daten der Fluglärmmessstation, die seit 2013 vom Landesamt für Umwelt im Auftrag des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums auf einem achtstöckigen Klinikgebäude betrieben wird. Die Station misst hierbei immer wieder Spitzenwerte von über 68 dB(A). Im Vergleich zu den Vorjahren nahm 2018 die Zahl der Flugbewegungen über den Messstellen deutlich zu. Die Messwerte ab 2014 präsentierte heute Dr. Stefan Hill, Präsident des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vorstandsvorsitzenden und Medizinischen Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Norbert Pfeiffer und Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz.

Die Auswertung der Messergebnisse zeigen unter anderem folgende Ergebnisse:

  • Die Auswertungen weisen gewichtete Tag-Abend-Nacht-Lärmindizes LDEN[1] für das Gesamtgeräusch zwischen 58-62 dB(A) aus.
  • Zehn der vorgestellten 23 Auswertungen belegen Monats-Mittelungspegel[2] des Fluggeräusches über 40 dB(A) zwischen 22 Uhr und 6 Uhr.
  • Die monatlichen Fluglärmindizes LDEN liegen zwischen 43 und 52 dB(A).
  • Die monatlich ermittelten lautesten Fluglärmereignisse erreichten Spitzenpegel[3] zwischen 71,4 und 76,5 dB(A).

Die beiden Mediziner Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer und Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel legten dar, dass nach den so genannten „WHO Night Noise Guidelines for Europe“ bei Jahres-Mittelungspegeln ab 40 dB(A) im Außenbereich in der Nacht schädliche Gesundheitseffekte messbar sind.

Die gemessenen Daten bestätigen, dass die meisten Fluglärmereignisse in den Zeiten der Tages- und Nachtrandzonen, den späten Vormittagsstunden und den Nachmittagsstunden zwischen 15 Uhr und 16 Uhr sowie in den Abendstunden zwischen 19 Uhr und 21 Uhr liegen. Besonders häufig treten in den frühen Morgenstunden Überflüge mit Maximalpegeln von mehr als 68 dB(A) auf.

Der Präsident des Landesamtes für Umwelt Dr. Stefan Hill sagte: "Die an der Universitäts­medizin bereits durch die städtische Lage bestehende Lärmsituation wurde durch die neue, direkt über die Universitätsmedizin gelegte Anflugroute weiter verstärkt. Während der heute vorgestellten 23 Monate gab es pro Monat durchschnittlich 202 Fluglärmereignisse zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Im Mai 2018 gab es mit über 500 nächtlichen Fluglärmereignissen die höchste Belastung in den letzten Jahren."

Der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer erklärte: "Die Universitätsmedizin behandelt schwer kranke Patientinnen und Patienten. Für deren Genesung sind vor allem eine optimale medizinische und pflegerische Versorgung wichtig, doch es bedarf auch einer heilungsfördernden Umgebung. Häufige Schlafunterbrechungen bei Nachtflügen und insbesondere zu kurzen Nachtruhen von 23 Uhr bis 5 Uhr sind diesem Ziel nicht zuträglich."

Der Kardiologe Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz, betonte: "Es ist nach wie vor unfassbar, dass man eine neue Landebahn gebaut hat, in deren direkter Verlängerung nur 20 Kilometer entfernt die einzige Universitätsmedizin von Rheinland Pfalz liegt. Die Flugzeuge fliegen viel zu tief über das Gelände und haben zudem zu einem großen Prozentsatz schon die Räder ausgefahren, was den Lärm weiter unnötigerweise verschärft. Insbesondere die Fluglärmforschung der Universitätsmedizin in Mainz hat nachgewiesen, dass zu kurzer und häufig unterbrochener Schlaf in erster Linie für die Lärm-induzierten Gesundheitsschäden insbesondere im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sind. Insbesondere die Belastung unserer Patienten in der gesetzlich definierten Nacht von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens ist absolut inakzeptabel. Meiner Meinung nach sollte es schnell einen ‚runden Tisch‘ geben, an dem diese Ergebnisse diskutiert und Sofortmaßnahmen zum Schutze unserer Patienten beschlossen werden."

Zukünftig werden die Auswertungen der Lärmwerte über der Universitätsmedizin Mainz monatlich vom rheinland-pfälzischen Landesamt für Umwelt veröffentlicht.

Weitere Informationen:
Präsentation der Messergebnisse des Landesamtes für Umwelt


[1] Beurteilungspegel (LDEN)
Der Beurteilungspegel LDEN (D=Day, E=Evening, N=Night) (in Anlehnung an die EU-Umgebungslärmrichtlinie) bezeichnet den mit Zuschlägen versehenen energieäquivalenten Dauerschallpegel des Gesamt-, Flug- bzw. Hubschraubergeräuschs. Für den Abendzeitraum (18 bis 22 Uhr) werden Zuschläge von 5 dB(A) und für den Nachtzeitraum (22 bis 06 Uhr) Zuschläge von 10 dB(A) verwendet.

[2] Energieäquivalenter Dauerschallpegel (Leq)
Beim energieäquivalenten Dauerschallpegel (Leq), auch als Mittelungspegel bezeichnet, wird der über einen Zeitraum am Messort festgestellte Schalldruckpegel hinsichtlich seines Schallenergieinhalts auf ein vergleichbares Dauergeräusch umgerechnet. Eine Veränderung um drei Dezibel entspricht dabei der Halbierung bzw. Verdoppelung der Schallenergie.

[3] Maximalpegel (LASmax)
Der Maximalwert des AS-bewerteten Schalldruckpegels eines Lärmereignisses, auch Spitzenpegel genannt.

03.06.2019

Kardiologie-Mitarbeiter erlaufen 5000 Euro für die Stiftung beim Gutenberg-Marathon

Anlässlich des Gutenberg-Marathons 2019 haben insgesamt 25 Mitarbeiter des Zentrums für
Kardiologie und des Centrums für Thrombose und Hämostase sowie das Kuratoriumsmitglied Dr.
Dieter Römheld 5000 € für die Kinderakademie der Stiftung Mainzer Herz erlaufen. Univ.-Prof. Dr. med. Thomas Münzel nahm nun den Scheck für das Vorzeigeprojekt der Stiftung Mainzer Herz entgegen: "Die Zahl der ‘laufenden Mitarbeiter‘ nimmt stetig zu. Dass sie hart arbeiten können, wusste ich schon, aber dass viele auch in der Lage sind, einen Halbmarathon durchzustehen, noch nicht." kommentierte er. "Die Kinderakademie ist eines der Herzensprojekte der Stiftung Mainzer Herz in der Präventionsarbeit gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Insbesondere die Aufklärung zum Thema Rauchen, der Unterricht zum Herz-Kreislauf-System und die Anleitung zur Wiederbelebung für Laien, auch schon im Kindes- und Jugendalter, stehen bei uns hier im Fokus", so Münzel weiter. "Wir freuen uns sehr über diese Unterstützung und bedanken uns herzlich bei den Mitgliedern des Freundeskreises und des Kuratoriums der Stiftung Mainzer Herz für das Übernehmen der Patenschaften."

v.l.n.r.: Dr. Michael Molitor und Dr. Simon Diestelmeier, Ärzte am Zentrum
für Kardiologie I und Organisatoren des Spendenlaufes, und Prof. Dr. Thomas Münzel

28.05.2019

Die Kinderakademie in der Opel-Arena

Da war was los in der Opel-Arena: am 28. Mai waren Schüler und Schülerinnen aus ganz Rheinland-Pfalz zu einem Sondertermin der Stiftung Mainzer Herz eingeladen.
Die Stiftung vermittelt den jungen Teilnehmern altersgerecht, warum Rauchen schädlich ist, und warum Sport und gesunde Ernährung so wichtig sind. Hoher Besuch war auch dabei: Gesundheitsministerin Bätzing schaute vorbei und stellte sich den Fragen der Schulkinder. Sie betonte: "Die Kinderakademie Gesundheit der Stiftung Mainzer Herz ist ein tolles Beispiel dafür, wie wir Gesundheitsförderung und Prävention mit und für Kinder lebendig machen und wie wir die Gesundheitskompetenzen von Kindern und Jugendlichen mit spannenden Mitmach-Aktionen stärken können".
Bei einer Stadionführung bekamen die Schüler interessante Einblicke hinter die Kulissen des 1. FSV Mainz 05. Außerdem lernten sie, wie man einen Menschen wiederbelebt.
Prof. Münzel bedankte sich bei Frau Bätzing für ihr Unterstützung und bei den zahlreichen freiwilligen Helfern für ihre Hilfe.

 

 

20.05.2019

Herzsportgruppe erhält eigenes Defibrillator-Gerät

Die Herzsportgruppe des Zentrums für Kardiologie der Mainzer Unimedizin bietet einmal pro Woche montags ein angeleitetes Training für Herzkranke - das Trainingsprogramm ist entsprechend darauf abgestimmt. Für Notfälle muss jedoch ein Defibrillator bereitstehen, den sich die Trainer bisher in der Klinik ausgeliehen haben. Die Stiftung Mainzer Herz hat der Sportgruppe nun ein eigenes Gerät übergeben, so dass das Hin- und Hertragen entfällt, und in der Klinik kein Gerät temporär fehlt.

Mehr Infos zur Herzsportgruppe

24.04.2019

Tag des Lärms: Deutschland tut viel zu wenig um den Lärm effektiv zu bekämpfen

Die aktuelle Studienlage belegt eindeutig, dass Lärm krank macht, wobei Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Vordergrund stehen. Am Tag des Lärms kritisiert Professor Thomas Münzel die unzureichenden Maßnahmen des Bundes, den Verkehrslärm zu reduzieren und somit insbesondere den gesundheitlichen Folgen entgegenzuwirken. Er fasst die neueren Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung, wie Lärm krank macht, zusammen.
Lärm ist definiert als unerwünschter Schall. In Deutschland fühlen sich ca. 50 % der Menschen durch Lärm belästigt. 70 % aufgrund von Straßenlärm, knapp 40 % aufgrund von Flug- und 25 – 30 % aufgrund von Schienenlärm.
Verkehrslärm führt nachweislich pro 10 Dezibel Lärmzunahme zu mehr Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche, mit bis zu 15 % nach neuesten Befunden einer Schweizer Arbeitsgruppe auch zu einer erhöhten Sterblichkeit, unabhängig von der Luftverschmutzung.
Erkenntnisse aus neueren epidemiologischen Studien belegen, dass Verkehrslärm alleine in Europa jährlich für 18.000 vorzeitige Todesfälle, 1,7 Millionen Fälle von Bluthochdruck und 80.000 Krankenhauseinweisungen verantwortlich ist.
Ein wichtiger Faktor für die Ausprägung von Lärm-induzierten Gesundheitsschäden ist die Belästigungs- oder Ärgerreaktion, im Englischen auch Annoyance genannt. Je stärker man sich durch Lärm belästigt fühlt, umso mehr befindet man sich in einer Dauerstresssituation, die langfristig für die Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich ist. Neue Studien der Universitätsmedizin Mainz zur Lärmwirkungsforschung belegen, dass die durch Flug-, Straßen- und Schienenverkehr hervorgerufene Lärmbelästigung dosisabhängig zu einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern aber auch zu psychischen Erkrankungen wie Depression und Angststörungen führen kann. Ebenfalls neu ist die
Erkenntnis, dass insbesondere Nachtlärm verbunden mit zu kurzem bzw. häufig unterbrochenem Schlaf für deutliche Nebenwirkungen in Gefäßen und Gehirn verantwortlich ist.
Beispielhaft für negative Entwicklungen in dem Bereich Lärmschutz ist die aktuell zu verzeichnende deutliche Zunahme der Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen sowie die nach wie vor massive Lärmbelastung im Rheintal, insbesondere durch die Güterzüge. Während die Weltgesundheitsorganisation WHO eine drastische Lärmreduktion für Schienen-, Straßen- und Fluglärm fordert, verschiebt Deutschland die neue Novelle Fluglärmschutzgesetz verknüpft mit Dezibelsenkungen auf 2021 und verzichtet komplett auf aktive Schallschutzmaßnahmen. Damit wurden auch die Empfehlungen des Umweltbundesamtes missachtet, das ein übergeordnetes Konzept zum Schutz vor Fluglärm unter Betonung des aktiven Lärmschutzes gefordert hatte. Nicht nachvollziehbar ist, dass eine eigentlich geplante Absenkung der Lärmwerte noch einmal bis 2021 verschoben wurde. Experten hatten eigentlich eine Absenkung um ein bis drei Dezibel gefordert, der Bericht der Bundesregierung schloss sich dem nicht an. Damit sind die von der WHO geforderte Lärmreduktion sowie der eingeforderte Schutz von besonders lärmempfindlichen Senioren, Kindern und Krankenhauspatienten nicht auch nur annährend gewährleistet.
Veröffentlichungen:
http://www.euro.who.int/en/health-topics/environment-and-health/noise/environmental-noise-guidelines-for-the-european-region
https://www.aerzteblatt.de/archiv/206499/Auswirkungen-von-Laerm-auf-das-Herz-Kreislauf-System
https://www.aerzteblatt.de/archiv/206498/Was-tun-gegen-den-Laerm
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0735109717419309?via%3Dihub
https://iubmb.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/biof.1506

26.03.2019

Teilnehmer der Kinderakademie 2019 ausgelost

Stiftung Mainzer Herz und Förderer des Projekts losen aus 77 Bewerbungen 40 Plätze
für die Kinderakademie Gesundheit Rheinland-Pfalz 2019 aus

Die Kinderakademie Gesundheit Rheinland-Pfalz der Stiftung Mainzer Herz stößt weiterhin auf hohe
Resonanz. So gibt es auch in 2019 für die insgesamt 40 zur Verfügung stehenden Plätze fast doppelt
so viele Bewerbungen. Beworben haben sich Klassen aus ganz Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland
(Nalbach) auf die Ausschreibung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und
Kultur. Prof. Thomas Münzel, Initiator und Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer Herz:"Wir freuen uns sehr über den nach wie vor großen Zuspruch für unser Leuchtturmprojekt – die
Kinderakademie. In diesem Jahr erwarten wir außerdem den Besuch der Staatsministerin Sabine
Bätzing-Lichtenthäler. Sie wird uns beim Sondertermin in der OPEL ARENA beim 1. FSV Mainz 05
e.V. Rede und Antwort stehen."
Am 26.3.2019 hat das Los entschieden: Zum Sondertermin OPEL ARENA werden 5 Klassen aus den
Schulen IGS Rockenhausen, Realschule plus Cochem, Hilda Gymnasium Koblenz, Realschule plus
Lingenfeld und IGS Pellenz aus Plaidt eingeladen. Die Auslosung der insgesamt 40 Plätze erfolgte mit
Vertretern aller Förderer des Programms. Die Stiftung Mainzer Herz war vertreten durch Prof.
Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie und Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer
Herz. Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse vertraten diesmal Martina
Ebener und Jan Rößler.
Dr. Stephan Becker und Dr. Wigbert Berg (Vorstand des Vereins Together with Friends e.V.)
erklärten ihre Motivation zur Unterstützung der Kinderakademie: "Die Zielsetzung der Kinderakademie
im Rahmen der Stiftung Mainzer Herz deckt sich mit den Zielen unseres gemeinnützigen Vereins
'Together with Friends', zur ganzheitlichen Gesundheitsvorsorge, insbesondere der Suchtprävention
und Ernährungsschulung. Soziale Verantwortung und das entsprechende Engagement müssen
greifen, lange bevor Probleme entstehen."
Und Gisela Görisch vom Verein Mainz 05 hilft e.V. bestätigte: "Die Kinderakademie Gesundheit ist
eine gute Chance, schon bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein für das eigene Leben zu
wecken und Möglichkeiten aufzuzeigen, positiv auf die Gesundheit einzuwirken."
Die Schüler der Klassenstufen 6-8 erfahren bei der Kinderakademie in einem vierstündigen,
interaktiven Unterricht, warum Rauchen schädlich ist, warum man sich gesund ernähren und
genügend bewegen muss. Um den Kindern die Funktion des Herz-Kreislaufs spielerisch näher zu
bringen, stehen ein begehbares Herzmodell und das Herz-Kreislauf-Spiel zur Verfügung. Den
Abschluss des Unterrichts bildet ein einstündiges Wiederbelebungstraining.

"Gerne fördern wir die Kinderakademie Gesundheit 2019 als lobenswertes Präventionsprojekt, denn
aktive Jugendarbeit gehört in einer alternden Gesellschaft zu unser aller Aufgabe und ist gerade bei
der Gesundheitskasse ein zentrales Thema", betont Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse. "Wir müssen die Kinder und Jugendlichen
aufklären und die Lust auf gesunde Lebensweise wecken sowie Spaß an Gesundheit vermitteln.
Besonders im Kindesalter kann das Gesundheitsverhalten durch sorgende Netzwerke noch positiv
beeinflusst werden", so Niemeyer weiter. "Die AOK führt im Anschluss an die Kinderakademie
Ernährungsworkshops direkt in den Schulen durch, um den Bereich gesunde Ernährung noch weiter
nachhaltig zu vertiefen. Ziel: Der richtige Mix macht fit und leistungsfähig, um den Schulalltag zu
meistern. Die AOK – Die Gesundheitskasse ist seit rund 30 Jahren ein kompetenter Ansprechpartner
zum Thema Prävention von Anfang an und arbeitet Hand in Hand mit der Stiftung Mainzer Herz
zusammen."
Neben der Stiftung Mainzer Herz beteiligen sich die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die
Gesundheitskasse, „Mainz05 hilft e.V.“ und der Verein „Together with friends e.V.“ finanziell an dem in
seiner Art einmaligen Präventionsprogramm.
Die ausgelosten Schulklassen werden in den nächsten Tagen von der Stiftung Mainzer Herz informiert
und zudem über die Homepage der Stiftung bekanntgegeben.

12. März 2019

Luftverschmutzung verkürzt das Leben der Europäer um rund zwei Jahre

Neubewertung der Gesundheitsrisiken durch Luftschadstoffe ergibt unerwartet hohes Sterblichkeitsrisiko speziell durch Herzkreislauferkrankungen

Luftverschmutzung wird als Gesundheitsgefahr deutlich unterschätzt, auch wenn es derzeit eine hitzige Diskussion über Stickoxide, Feinstaub und Dieselfahrverbote gibt. Ein Wissenschaftlerteam um Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie und Thomas Münzel, Professor an der Universitätsmedizin Mainz hat nun ermittelt, dass Luftverschmutzung die durchschnittliche Lebenserwartung der Europäer um rund 2 Jahre verringert. Weltweit sterben laut der Studie jährlich etwa 120 Menschen pro 100.000 Einwohner vorzeitig an den Folgen von verschmutzter Luft, in Europa sogar 133 und damit mehr als im globalen Durchschnitt. In mindestens der Hälfte der Fälle sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache. 
Schlechte, insbesondere mit Feinstaub belastete Luft führt zu Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen und stellt offenbar ein größeres Gesundheitsrisiko dar als bislang angenommen. Denn mit ihrer Studie, die in der aktuellen Ausgabe des European Heart Journals veröffentlicht wird, aktualisierten die Mainzer Forscher jüngste Berechnungen des Global Burden of Disease (GBD), einer weltweiten Gesundheitsstudie und auch Ergebnisse eigener früherer Untersuchungen[1]: Bis vor Kurzem gingen sie von einer globalen Sterblichkeitsrate durch Luftverschmutzung von rund 4,5 Millionen Menschen pro Jahr aus. Der neu berechnete Wert liegt bei 8,8 Millionen pro Jahr. Allein in Europa sterben demnach jährlich knapp 800.000 Menschen vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung. Die Aktualisierung der Berechnungen wurde notwendig, da eine kürzlich veröffentlichte Studie die krankheitsspezifischen Gefährdungsraten gegenüber den Werten des GBD [2] deutlich höher ansetzt. "Da die GBD-Studie 41 umfangreiche Fallgruppenstudien aus 16 Ländern, inklusive China, berücksichtigt, bietet sie die beste derzeit verfügbare Datengrundlage“, sagt Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.

Verschmutzte Außenluft fordert mehr Opfer als Rauchen

Laut der Neuberechnung der Mainzer Forscher reiht sich schlechte Luft damit in die Liste der bedeutendsten Gesundheitsrisiken wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt die Mortalitätsrate durch Tabakrauch auf 7,2 Millionen Menschen pro Jahr – inklusive Passivrauchen. Somit ist verschmutzte Außenluft ein ähnlich großer Risikofaktor. Rauchen ist jedoch individuell vermeidbar, Luftverschmutzung hingegen nicht.

Die Forscher betonen, dass Feinstaubteilchen mit einem Durchmesser kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2,5) die Hauptursache für Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen sind, was die hohen Sterberaten erklärt, die schlechter Luft zugeordnet werden. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Europäische Grenzwert für Feinstaub, der für den Jahresdurchschnitt bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt, viel zu hoch ist“, sagt Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz. Der Wert liegt weit über der Richtlinie der WHO von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Für ihre Berechnungen ermittelten die Wissenschaftler aus Mainz zunächst die regionale Belastung mit Schadstoffen wie Feinstaub und Ozon mit Hilfe eines etablierten, datengestützten Atmosphärenchemiemodells. Diese Expositionswerte verknüpften sie mit krankheitsspezifischen Gefährdungsraten aus epidemiologischen Daten, sowie Bevölkerungsdichte und Todesursachen in einzelnen Ländern.

Feinstaubbelastung sollte gesenkt werden 

"Unsere Ergebnisse zeigen eine viel höhere Krankheitsbelastung durch Luftverschmutzung als bisher angenommen", sagt Münzel, der auch Initiator der Stiftung Mainzer Herz ist. "Luftverschmutzung muss als wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor anerkannt werden, da sie im Körper zusätzliche Schäden durch Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte verursacht[3]. Jetzt ist es noch dringlicher geworden, die Belastung durch Feinstaub weiter zu senken und die Grenzwerte anzupassen. Zudem muss Feinstaub als Verursacher von Herzkreislauferkrankungen stärker in den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in den Vordergrund gerückt werden."

Ersatz fossiler Brennstoffe durch saubere Energiequellen kann die Sterberate um mehr als die Hälfte reduzieren

Da ein Großteil des Feinstaubs und anderer Luftschadstoffe aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe stammt, plädieren die Wissenschaftler für den Ersatz fossiler Energieträger zur Energiegewinnung. "Wenn wir saubere, erneuerbare Energien einsetzen, erfüllen wir nicht nur die in Paris getroffenen Vereinbarungen zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels", sagt Jos Lelieveld, der auch Professor an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und am Cyprus Institute in Nikosia ist. "Wir können damit auch die von Luftverschmutzung verursachte Sterberate in Europa bis zu 55 Prozent verringern."

[1] Age-dependent health risk from ambient air pollution: a modelling study of childhood mortality in middle and low-income countries
 Jos Lelieveld, Andy Haines, Andrea Pozzer; The Lancet Planetary Health, 2. Juli 2018; pre-publication 29 June 2018

[2] Global estimates of mortality associated with long-term exposure to outdoor fine particulate matter
 Burnett et al.: Proceedings of the National Academy U S A. 115(38):9592-9597, doi: 10.1073/pnas.1803222115, 2018

[3] Effects of gaseous and solid constituents of air pollution on endothelial function.
Munzel T, Gori T, Al-Kindi S, Deanfield J, Lelieveld J, Daiber A, Rajagopalan S. Eur Heart J 2018;39(38):3543-3550.

Originalpublikation
Cardiovascular disease burden from ambient air pollution in Europe reassessed using novel hazard ratio functions. J. Lelieveld, K. Klingmüller, A. Pozzer, U. Pöschl, M. Fnais, A. Daiber und T. Münzel; European Heart Journal (2019), 00, 1–7; DOI: 10.1093/eurheartj/ehz135

Update 30.04.2019: Die Studie wurde vom Deutschen Zentrum für Herzkreislaufforschung zum "Paper of the Month" gewählt

Prof. Thomas Münzel und Prof. Jos Lelieveld

17.01.2019

Bischof Kohlgraf wird Ehrenkuratoriumsmitglied der Stiftung

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ist neues Ehrenkuratoriumsmitglied der Stiftung Mainzer Herz. Der Anfrage, ob er bereit wäre, Ehrenkuratoriumsmitglied in der Stiftung Mainzer Herz zu werden, hat Bischof Kohlgraf umgehend zugestimmt.  
Nach Übergabe der Kuratoriumsurkunde nutzte Bischof Kohlgraf die Gelegenheit, das Zentrum für Kardiologie an der Universitätsmedizin zu besichtigen. Beeindruckt war er vor allem von der Abteilung der Interventionellen Herzklappentherapie - ein Bereich, in dem die Universitätsmedizin eine Spitzenposition in Deutschland einnimmt. 
Die Stiftung Mainzer Herz freut sich über das neue prominente Kuratoriumsmitglied.

Bischof Peter Kohlgraf und Prof. Thomas Münzel bei der Übergabe der Urkunde


15.01.2019

Lindenberg-Werk an Max-Planck-Institut übergeben

Beim Herzball der Stiftung Mainzer Herz im November 2018 war das von Udo Lindenberg eigens für die Stiftung angefertigte Gemälde zum Thema Feinstaub versteigert worden und hatte 20.000 Euro erzielt.
Nun überreichte die Stiftung das Werk an das Mainzer Max-Planck-Institut. Als Dauerleihgabe wird es dort die Wände schmücken - Prof. Lelieveld, Leiter der Abteilung "Chemie der Atmosphäre", nahm das Bild von Prof. Münzel entgegen. Nicht ganz zufällig geht das Bild an das Institut: in seiner Abteilung forschen Prof. Lelieveld und seine Mitarbeiter auch rund um das Thema Feinstaub und seine Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit.

Prof. Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut, Prof. T. Münzel, Initiator der Stiftung

 

11.01.2019

Scheckübergabe: Mainzer Herzball erzielt 125.000 Euro für die Stiftung

Der Herzball der Stiftung am 17.11. war ein voller Erfolg - und erbrachte einen tollen Erlös von 125.000 Euro zugunsten der Stiftung Mainzer Herz. Professor Thomas Münzel übergab nun dem Schatzmeister der Stiftung Mainzer Herz, Ralf Hauck, den Scheck. 
Mit dem Geld werden die Projekte der Stiftung, vorallem die Kinderakademie Gesundheit, die Gutenberg-Gesundheitsstudie und die Herz-Kreislaufforschung im Bereich Lärm und Feinstaub, unterstützt.

 

 

Ralf Hauck, Schatzmeister und Vorstandsvors. der Stiftung, und Prof. T. Münzel