Pressemitteilungen 2020

18.08.2020

Gutenberg COVID-19 Studie der Universitätsmedizin Mainz kann starten

Land fördert mit rund 1,6 Millionen Euro aus EU-Mitteln

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Universitätsmedizin Mainz bereiten derzeit eine große Studie mit 10.000 Teilnehmern aus dem Raum Rheinhessen vor. Diese wird umfassende und zeitnah verfügbare Erkenntnisse zu Verbreitung, Risikofaktoren und Folgen des SARS-CoV-2-Virus und die von ihm verursachte COVID-19-Erkrankung liefern. Gefördert wird die Gutenberg COVID-19 Studie durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 1,6 Mio. Euro. Eine Alleinstellung der Studie ist die umfangreiche Daten- und Bioprobenbasis, die sich aus dem Datenbestand der seit 2007 laufenden Gutenberg-Gesundheitsstudie sowie neu gewonnenen Daten und Proben zu COVID-19 zusammensetzen wird. Die Gutenberg-Gesundheitsstudie wird unterstützt von der Stiftung Mainzer Herz. 

„Um die weltweite Pandemie in den Griff zu bekommen, brauchen wir ein gemeinsames Vorgehen. Die EU hat schnell und unbürokratisch ihre Fördermöglichkeiten angepasst. Nun können über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) auch Investitionen gefördert werden, die das öffentliche Gesundheitswesen bei der Bewältigung der Pandemie unterstützen. Davon machen wir in Rheinland-Pfalz Gebrauch und fördern die Gutenberg COVID-19 Studie mit rund 1,6 Millionen Euro“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing in dessen Ministerium die EFRE-Verwaltungsbehörde angesiedelt ist.

Zur Gewinnung der 10.000 Teilnehmer für die Gutenberg COVID-19 Studie werden die bisherigen Probanden der bevölkerungsbasierten Gutenberg-Gesundheitsstudie (GHS) um ihre Unterstützung gebeten. Zu den Studienteilnehmern der GHS liegen bereits sehr umfangreiche Daten vor, die systematisch über einen Zeitraum von bis zu 12,5 Jahren erhoben wurden.

Die Teilnehmer werden nun um Zustimmung gebeten, sich zweimal im Abstand von vier Monaten ab Oktober 2020 auf das Vorliegen einer akuten Infektion sowie einer vorhandenen Immunisierung gegen SARS-CoV-2 testen zu lassen. Im Falle einer SARS-CoV-2-Infektion werden detaillierte Angaben zur Erkrankung erfragt.

Bei den Untersuchungen wird auch Biomaterial für zukünftige Analysen gewonnen und in einer Biobank asserviert. Um Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, werden die meisten Daten per Fragebogen, telefonisch oder auch per Smartphone-App erhoben. So kann im Untersuchungszeitraum auch eine mögliche zweite Welle der Infektion erfasst werden.

„Die Gutenberg COVID-19 Studie nutzt nicht nur die herausragende Datenlage der Gutenberg-Gesundheitsstudie, sondern wird durch die engmaschige Begleitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Pandemie leisten“, ist sich Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf sicher. „Die Universitätsmedizin bringt mit dem breiten Spektrum ihrer forschenden Einrichtungen sowie der engen Zusammenarbeit mit der Johannes Gutenberg-Universität und ihren außeruniversitären Forschungspartnern ihre gesamte Expertise zur Bewältigung der Corona-Pandemie ein. Sie kann damit entscheidend zu einer langfristigen Überwindung der Krisensituation beitragen!“

Für die wissenschaftlichen Analysen werden modernste Methoden angewandt, die unter anderem auch Technologien der künstlichen Intelligenz (maschinelles Lernen) nutzen. Aspekte sind die bevölkerungsrepräsentative Häufigkeit von Infektionen, der Anteil an COVID-19 erkrankten Menschen, sowie der zeitliche Verlauf der Erkrankung und gesundheitliche Folgen. Darüber hinaus sind die Identifizierung von Merkmalen und Charakteristika besonders infektionsgefährdeter Personengruppen, von Personen mit schweren Krankheitsverläufen sowie die Erfassung von Langzeitfolgen der Erkrankung ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit. Dies kann durch die Nutzung der Daten zu Vorerkrankungen, Gesundheitszustand, Lebensstil, Lebenssituation und Umwelt der Studienteilnehmer, aber auch molekulare oder genetische Daten, erreicht werden. Erste Ergebnisse der Gutenberg COVID-19 Studie werden zum Jahresende 2020 vorliegen.

Der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, unterstreicht: „Einzigartig bei der Gutenberg COVID-19 Studie ist die sehr große repräsentative Stichprobe der Bevölkerung in Verbindung mit der Verfügbarkeit vielfältiger epidemiologischer Daten sowie Bioproben zu jedem einzelnen Teilnehmer. Die generierten Erkenntnisse werden wichtige Informationen auch für den Umgang mit zukünftigen Pandemien liefern.“

„Die erhobenen Daten werden eine wichtige Grundlage für viele Forschungsprojekte bilden. Als Universitätsmedizin streben wir nach einem besseren wissenschaftlichen Verständnis der Pandemie und wollen durch zeitnahe und umfassende Information die gesellschaftliche Akzeptanz für die Bekämpfung von COVID-19 weiter erhöhen“, betont der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer.

 

06.08.2020

"Alleine Zusammen" – Ärztinnen und Ärzte des Zentrums für Kardiologie laufen "virtuellen" Gutenberg-Marathon und sammeln 3.300 Euro für die Stiftung Mainzer Herz

Am 10. Mai 2020 sollte der Mainzer Gutenberg-Marathon in seine 21. Runde gehen. Nicht wie in den vergangenen Jahren gemeinsam mit tausenden anderen, sondern individuell beteiligten sich Ärztinnen und Ärzte des Zentrums für Kardiologie aufgrund der Corona-Pandemie am in diesem Jahr nur virtuellen Gutenberg-Marathon.
In den Farben der Stiftung Mainzer Herz wurden auf Strecken entlang des Mainzer Rheinufers, im Gonsenheimer Wald, in Wiesbaden, Darmstadt und der Pfalz insgesamt rund 300 km gelaufen.
Neben dem Training der eigenen Fitness geht es den Medizinern dabei auch darum, mit gutem Beispiel ihren Patienten voranzulaufen und Prävention aktiv vorzuleben. Prof. Dr. Thomas Münzel, Mitglied des Vorstands der Stiftung Mainzer Herz kommentiert: "Auch Corona konnte meine Mitarbeiter nicht stoppen. Ein besonderes Anliegen ist den Mitarbeitern die Unterstützung der Kinderakademie Gesundheit, dem wichtigsten Präventionsprojekt der Stiftung Mainzer Herz. Für dieses einzigartige Projekt wurden jetzt im Rahmen eines mit dem Lauf verbundenen Spendenaufrufs insgesamt 3.300 € für die Kinderakademie Gesundheit erlaufen. Allen Spender*innen und Unterstützer*innen hierfür herzlichen Dank".

 

 

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17.07.2020

Wenige, laute Fluglärm-Ereignisse verschlechtern die Gefäßfunktion im gleichen Ausmaß wie häufige, leisere Ereignisse

Lärmforscher der Johannes Gutenberg-Universität und aus Dänemark weisen erstmals auch eine Einschränkung der Pumpfunktion des Herzens durch Nachtfluglärm nach

Verkehrslärm beeinträchtigt das Leben vieler Menschen, vor allem in Deutschland. Aktuelle Daten des Umweltbundesamtes zeigen, dass sich 75 Prozent der deutschen Bevölkerung vom Straßenverkehrslärm gestört bzw. belästigt fühlen, 42 Prozent vom Fluglärm und 35 Prozent vom Schienenverkehrslärm. Die Beeinträchtigungen durch Verkehrslärm haben in den letzten zehn Jahren nur unwesentlich abgenommen, im Falle des Fluglärms wird sogar davon ausgegangen, dass die Belastungen eher zugenommen haben. Bleiben diese Belastungen in der Bevölkerung konstant, ist mit gesundheitlichen Risiken zu rechnen.
Eine bisher ungeklärte Fragestellung war: Was ist wichtiger für die Auslösung eines Gefäßschadens?  Die Intensität (Lautheit) der Lärmereignisse - oder die Häufigkeit der Lärmereignisse, wobei jeweils von einem gleichen mittleren Schallpegel ausgegangen wird.
In der aktuellen Untersuchung konnte das Studienteam  bestehend aus PD Dr. Frank Schmidt, Dr. Omar Hahad, Univ.-Prof. Dr. Andreas Daiber, Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel von der Universitätsmedizin Mainz der Johannes Gutenberg-Universität, sowie der renommierten Lärmforscherin Dr. Mette Sørensen aus Dänemark erstmals demonstrieren, dass 60 simulierte Nachtflüge mit Spitzenschallpegeln von 60 dBA und 120 Überflüge mit Spitzenpegeln von 57 dBA bei einem gleichen mittleren Schallpegel von 45 dBA vergleichbare Gefäßschäden auslösen. Dabei muss man berücksichtigen, dass die Reduktion um 3 dBA von 60 auf 57 dBA eine Halbierung der Schallintensität bedeutet. Zudem wurde auch die diastolische Pumpfunktion des Herzens beeinträchtigt, d.h. die Fähigkeit des Herzens, während der Entspannungsphase ausreichend Blut aufzunehmen.
"Dies ist ein wichtiger Befund", kommentieren PD Dr. Schmidt und Prof. Thomas Münzel, "da er zumindest für die Gefäßfunktion belegt, dass die mittleren Schallpegel und nicht Einzelschallereignisse als Maß für spätere Gefäßschäden herangezogen werden sollten. Zudem steht der Nachweis der akuten Verschlechterung der Pumpfunktion des Herzens im Einklang mit Ergebnissen, die über ein vermehrtes Auftreten von Herzschwäche als Folge von chronischem Fluglärm berichtet haben".
Weiterhin fordert Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel: "Insbesondere auf Grundlage der kürzlich erschienenen Lärmrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die deutlich niedrigere Verkehrslärmpegel auch für die Nacht empfehlen, sind Konsequenzen insbesondere auch im Hinblick auf die Ausdehnung des Nachtflugverbots angebracht."

26.06.2020

Wie gesundheitsschädlich ist der Konsum von Tabakzigaretten, E-Zigaretten und Wasserpfeifen – ein erster direkter Vergleich!

Rauchen und „Dampfen“, egal ob mittels Tabakzigarette, E-Zigarette und Wasserpfeife, erhöht die Steifigkeit der Arterien, verursacht Entzündungsreaktionen von Gefäßen sowie DNA-Schäden und führt so zu einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen, wie eine Übersichtsarbeit zeigt, die im European Heart Journal, dem weltweit renommiertesten kardiologischen Journal, publiziert wurde.

Kritisiert wird unter anderem, dass Deutschland das einzige EU-Land ist, in dem Tabakerzeugnisse, einschließlich E-Zigaretten, im öffentlichen Raum über Werbetafeln beworben werden können. Die Arbeit wurde von einem internationalen Konsortium zusammengestellt, bestehend aus Mitarbeitern des Zentrums für Kardiologie (Prof. Münzel, Prof. Daiber, Dr. Kuntic, und Dr. Hahad), JF Keaney, dem Chief of Cardiovascular Medicine, Executive Director, Heart and Vascular Center, Cardiovascular Medicine Harvard, Boston, USA und dem renommierten John Deanfield, British Heart Foundation Vandervell Professor of Cardiology at the University Colle in London, UK. Demnach könnte das Rauchen und „Dampfen“ das Infektionsrisiko für COVID-19 erhöhen und deren schweren Verlauf wie Intensivversorgung, künstliche Beatmung und langfristige Gesundheitseinschränkungen begünstigen. Damit schließen sich die Forscher der
Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), den Amerikanischen Zentren für Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC), der Amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) und der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) an und empfehlen, den Konsum von Tabakzigaretten, E-Zigaretten und Wasserpfeifen aufzugeben.
Prof. Münzel und Prof. Daiber kommentieren: "Die vorliegende Untersuchung ist insofern weltweit einzigartig, da sie die drei unterschiedlichen Formen des Rauchens oder "Dampfens" hinsichtlich der Effekte auf die Gesundheit des Menschen und die Funktion der Endothelzellschicht, welche die Innenwand der Blutgefäße auskleidet, vergleicht. Wir haben dafür die existierenden wissenschaftlichen Daten bzgl. der schädlichen Inhaltstoffe und der schädigenden Mechanismen zusammengetragen, die belegen wie der Konsum von Tabakzigaretten, E-Zigaretten und Wasserpfeifen den Körper schädigt z.B. in Form von Lungen- oder Herzkreislaufkrankheiten. Hierfür werden auch toxikologische Studien in Tieren und Zellkultur herangezogen."
Weitere wichtige Erkenntnisse der Arbeit der internationalen Forschergruppe sind:
- Das Erzeugen von oxidativem Stress, Entzündung und Schädigung des Endothels stellt laut der Forschergruppe einen zentralen Wirkmechanismus für Gefäßschäden bedingt durch alle drei Rauchformen dar. Dadurch wird die Bioverfügbarkeit des gefäßerweiternden, antiatherosklerotischen Radikals Stickstoffmonoxid (NO) deutlich reduziert und der Prozess der Gefäßverkalkung eingeleitet.
- Die maßgeblichen Schadstoffe im E-Zigarettendampf sind Formaldehyd und Acrolein sowie Spuren von Übergangsmetallen und flüchtigen organischen Stoffen (VOCs), deren toxische Wirkungen auf die Zelle hinreichend bekannt sind.
- Dagegen enthält der Rauch von Tabakzigaretten und Wasserpfeifen neben Aldehyden, Übergangsmetallen und VOCs ein weit komplexeres Gemisch von Schadstoffen. Vor allem Feinstaubpartikel werden bei der Wasserpfeife durch die eingesetzte Kohle zum Verbrennen des Tabaks in großer Menge erzeugt und sind auch im Tabakrauch in geringerer Konzentration enthalten. Daneben enthält der Tabakrauch Kohlenmonoxid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAHs) und große Mengen der krebserregenden N-Nitrosamine.
- Nikotin ist sowohl im Dampf als auch Rauch enthalten und wirkt vor allem suchterzeugend. Diese teils unterschiedlichen bzw. überlappenden Profile der toxischen Substanzen könnten laut den Forschern der Schlüssel zum Verständnis der verschiedenen Gesundheitseffekte durch den Konsum von Tabakzigaretten, EZigaretten als auch Wasserpfeifen darstellen und sollten deshalb im Rahmen zukünftiger Studien tiefergehender untersucht werden.
- Anhand ausgewählter Studien wird das erhöhte Risiko für verschiedene Gesundheitsprobleme durch das Rauchen oder "Dampfen" diskutiert. Das Risiko für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) im Vergleich zu Nichtrauchern ist bei Tabakrauchern rund 8-fach (++), bei Wasserpfeifenrauchern rund 3,2-fach (+++) und in E-Zigarettendampfern rund 2,9-fach (++) erhöht. Das Risiko für Lungenkrebs ist bei Tabakrauchern rund 13-fach (+++) und bei Wasserpfeifenrauchern rund 2,2-fach (+++) erhöht (die Qualität der Studien bzgl. E-Zigarettenkonsum ist nicht ausreichend, um verlässliche Angaben zu machen). Tabakzigaretten>Wasserpfeifen>E-Zigaretten erhöhen die Steifheit (Stiffness) der Gefäße, welches ein Risiko für spätere Herzkreislauferkrankungen darstellt.
- Im Hinblick auf die genannten Gesundheitsrisiken durch alle drei Formen des Rauchens oder "Dampfens", empfehlen die Forscher im Einklang mit entsprechenden Empfehlungen der WHO und anderer Gesundheitsorganisationen und -Behörden eindringlich, jegliche Hilfsmittel für die erfolgreiche Entwöhnung in Anspruch zu nehmen. Gebührenfreie Telefon und SMS Hotlines, Entwöhnungsprogramme oder Nikotinersatztherapien sollten dafür genutzt werden.
- Die Autoren befassen sich auch mit dem Thema Tabakwerbung. In der EU ist Fernseh- und Radiowerbung für Zigaretten und Tabakerzeugnisse nicht gestattet. Einige Länder, wie Slowenien und Norwegen, haben strenge Gesetze, die alle Arten von Werbung verbieten, auch am Point of Sale. Deutschland ist das einzige EU-Land, in dem Tabakerzeugnisse, einschließlich E-Zigaretten, im öffentlichen Raum über Werbetafeln beworben werden können. In den USA ist die Werbung für Tabakerzeugnisse und E-Zigaretten auf Werbetafeln gestattet. Die Studie enthält Karten, die zeigen, wo in der Welt der Verkauf von E-Zigaretten legal ist und wo in Europa Werbung erlaubt ist.

Zur Originalpublikation: „Effects of tobacco cigarettes, e-cigarettes, and waterpipe smoking
on endothelial function and clinical outcomes”; Thomas Münzel, Omar Hahad, Marin Kuntic,
John F. Keaney Jr, John E. Deanfield and Andreas Daiber; Received 15 March 2020; revised
24 April 2020; accepted 14 May 2020;
https://academic.oup.com/eurheartj/article-lookup/doi/10.1093/eurheartj/ehaa460

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31.05.2020

"Virtueller" Gutenberg-Marathon für die Stiftung Mainzer Herz

Am Pfingstsonntag sind - unter Beachtung der Hygieneregeln - 12 Ärztinnen und Ärzte des Zentrum für Kardiologie am Rhein in Mainz gelaufen - einige auch über die Halbmarathon-Distanz. Weitere Kolleginnen und Kollegen haben bereits in den vergangenen Tagen ihren Lauf individuell absolviert.
Unter den aktuell gegebenen Bedingungen eine schöne gemeinsame Aktion. Organisiert wurde der Lauf durch unseren Oberarzt Simon Diestelmeier.
Die Stiftung Mainzer Herz bedankt sich für diese tolle Aktion!

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23.04.220

Lärm macht das Herz krank: Lärmbelastung führt zur Überproduktion herzeigener Hormone und erhöht die Sterblichkeit

Dass Umweltbelastungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkt signifikant erhöhen, ist bereits bekannt. Eine aktuelle Studie der Gutenberg-Gesundheitsstudie, die von der Stiftung Mainzer Herz unterstützt wird, unterstreicht nun das Gefahrenpotential von Lärmbelastung und untersuchte deren krankmachenden Ursachen. Die Wissenschaftler entdeckten einen auffälligen kardialen Stressmarker, der prognostische Konsequenzen aufweist - das sogenannte mitregionale pro-atriale natriuretische Peptid (MR-proANP) als Verursacher für die stressbedingten Erkrankungen. Das Hormon wird bei Überbelastung vom Herzen vermehrt gebildet. Erhöhte MR-proANP Werte können zu einer stärkeren Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einer erhöhten Sterblichkeitsrate beitragen. 

Experten der EU warnen bereits seit langem neben Schadstoffen in der Luft auch vor Lärmbelästigung. Ein im März 2020 veröffentlichter Bericht der EU-Umweltagentur (EEA) zeigt auf, dass Millionen Menschen gesundheitlich unter Lärm leiden. Mindestens jeder fünfte Europäer ist in seiner Umgebung gesundheitsschädlichem Lärm ausgesetzt. Größter Lärmverursacher dabei ist der Straßenverkehr sowie Fluglärm. Chronische Lärmbelästigungs-reaktionen - ausgelöst durch Verkehrslärm - führen zu Stressreaktionen, die das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigen.

Obwohl zahlreiche Studien diesen Zusammenhang nachgewiesen haben, waren die Ursachen der krankmachenden Wirkung von Lärmstress nach wie vor unklar. Nun konnte das Forschungsteam um Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der Kardiologie I im Zentrum für Kardiologie, und Studienleiter Omar Hahad, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kardiologie I, bei 5000 GHS-Probanden erstmals nachweisen, dass erhöhte Lärmbelästigung, vor allem der nächtliche Flugverkehr, die Blutkonzentration von MR-proANP erhöht. MR-proANP ist ein Hormon, das in Folge von Überbelastung vermehrt vom Herzen selbst gebildet wird. Durch die gefäßerweiternde und wasserausscheidende Wirkung erfüllt MR-proANP eine wichtige Rolle bei der Blutdruckregulation bzw. -senkung und dient damit der Herzentlastung. Etwa 80 Prozent aller Probanden der GHS gaben an, von Lärmbelästigung betroffen zu sein, wobei Flugverkehr bei den Befragten die vorherrschende Quelle der Lärmbelästigung darstellte. 60 Prozent der Betroffenen empfanden sich am Tag sowie etwa 30 Prozent Betroffenen in der Nacht durch Lärm gestört. Fluglärm stelle den höchsten Anteil an extremer Lärmbelästigung dar, gefolgt von Straßenverkehrs- und Nachbarschaftslärm als weitere dominierende Belästigungsquellen. Zudem konnte ermittelt werden, dass erhöhte Konzentrationen von MR-proANP im Blut das Risiko für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in einem 5-Jahreszeitraum signifikant erhöhen. Hierbei wurde ein stärkerer Einfluss der nächtlichen Lärmbelästigung beobachtet; in erster Linie eine Folge von zu kurzem bzw. häufig unterbrochenem Schlaf. Die Forscher ermittelten ein 3-fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) sowie ein fast 50 Prozent höheres Risiko für die Entstehung der oben genannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ebenfalls waren erhöhte Konzentrationen von MR-proANP mit einem 36 Prozent höheren Risiko für vorzeitigen Tod assoziiert.

Die Ergebnisse der Studie unterstreichen zahlreiche Untersuchungen, die ein erhöhtes Erkrankungs-Risiko aufgrund von Lärmexposition demonstrieren. Die Autoren der Studie fordern weitere Untersuchungen im Hinblick auf den Risikofaktor Lärm, vor allem aber auch präventive Maßnahmen, um die Bevölkerung vor den negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Lärms zu schützen. Diese Maßnahmen können nur durch politische Entscheidungsträger umgesetzt werden, da Patienten und Ärzte wenig Einfluss auf verkehrsbedingte Erscheinungen haben. „Insbesondere auf Grundlage der kürzlich erschienen Lärmrichtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO, in welcher deutlich niedrigere Verkehrslärmpegel am Tag und in der Nacht empfohlen werden, sind Konsequenzen insbesondere auch im Hinblick auf die Ausdehnung des Nachtflugverbots angebracht“, so Professor Dr. Thomas Münzel. 



09.04.2020

Kuratoriumsmitglied und Caterer Andreas Gaul unterstützt die Mitarbeiter des Zentrums für Kardiologie kulinarisch

Knapp 100 Mitarbeiter des Zentrums für Kardiologie durften sich über leckeres Essen freuen. Andreas

Gaul, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Mainzer Herz, hat an zwei Tagen die Intensivstation, die

Bettenstationen, die Chest Pain Unit und das Herzkatheterlabor mit „Fingerfood“ versorgt. „Alle

Mitarbeiter waren begeistert“, so Prof. Thomas Münzel, Direktor des Zentrums für Kardiologie und

Vorstandsmitglied der Stiftung, „vor allem, weil die Unterstützung so unerwartet kam“.

„Diese Aktion soll nicht die einzige bleiben“, kündigte Andreas Gaul an. „Viele sprechen davon, wie

wichtig die Krankenpflege insbesondere während der Corona-Pandemie ist. Ich freue mich, dass ich

damit meine Anerkennung für die Leistungen in diesem für uns alle so wichtigen Berufszweig zeigen."

 

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05.02.2020

"Gold" für Verdienste in der Pflege

Beim Mainzer Herzball im November 2019 wurde neben den Wissenschaftspreisen erstmals ein Preis für herausragende Verdienste im Bereich Pflege und Management vergeben, dotiert über 10.000 Euro. Ausgezeichnet wurde damit Gabriele Maas, Klinikmanagerin am Zentrum für Kardiologie. Nun überreichte ihr die Stiftung den Preis in Form von Goldbarren.
Wir gratulieren Frau Maas zu ihren Leistungen und dem verdienten Preis.

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Januar 2020

Die Stiftung freut sich über zahlreiche Spenden

Zum runden Geburtstag statt Geschenke Spenden sammeln - das ist eine Möglichkeit, der Stiftung Mainzer Herz Geld für die Stiftungsarbeit zu spenden. Im Januar haben viele Patienten und Freunde der Stiftung unsere Arbeit bedacht und großzügig gespendet. Wir freuen uns sehr darüber und bedanken uns herzlich!

 

 

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obere Reihe: D. Steffan, Volksbank AZ-WO; Helmut Weil; B. von Egidy
untere Reihe: M. Heintz 60. Geb.; J. Ludwig 90 Geb.; W. Stolecki 70. Geb

16.01.2020

Herzball erbringt 165.000 Euro für die Stiftung

Der Herzball der Stiftung im November 2019 war ein erfolgreicher Abend - auch finanziell: er erbrachte einen sehr erfreulichen Erlös von 165.000 Euro zugunsten der Stiftung Mainzer Herz. Professor Thomas Münzel übergab nun dem Schatzmeister der Stiftung Mainzer Herz, Ralf Hauck, den Scheck. 

Prof. Münzel kommentiert: „Wie auch in den letzten Jahren war der Stiftungsball ein großer Erfolg für
uns. Mit den erzielten Spenden des Abends können wir die Leuchtturmprojekte der Stiftung, die
Kinderakademie Gesundheit sowie die weltweit größte Präventionsstudie, die Gutenberg-
Gesundheitsstudie, weiter unterstützen. Wir freuen uns, dass der Reinerlös in Höhe von 165.000 EUR
das Ergebnis des letzten Jahres noch übertrifft und sehen für die Stiftungsarbeit zuversichtlich ins
neue Jahr."

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