1.07.2022

Wissenschaftler warnen vor Verbindungen zwischen Schadstoffen im Boden und Herzerkrankungen

Pestizide und Schwermetalle im Boden können sich nachteilig auf das Herz-Kreislauf-System auswirken, so ein Fachartikel in "Cardiovascular Research", einer Zeitschrift der European Society of Cardiology

„Bodenkontamination ist eine weniger ersichtliche Gefahr für die menschliche Gesundheit als schmutzige Luft“, so Professor Thomas Münzel, Autor der Artikels. „Aber es mehren sich die Beweise dafür, dass Schadstoffe im Boden die Herzkreislauf-Gesundheit durch eine Reihe von Mechanismen schädigen können, darunter Entzündungen und Störungen der „inneren Uhr“ des Körpers.“

Die Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden ist jedes Jahr für mindestens neun Millionen Todesfälle verantwortlich. Mehr als 60 % der durch Umweltverschmutzung verursachten Krankheiten und Todesfälle sind auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie chronische ischämische Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) zurückzuführen.

Dieser Fachartikel beleuchtet die Beziehungen zwischen Bodenverschmutzung und menschlicher Gesundheit, mit besonderem Schwerpunkt auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu den Bodenschadstoffen gehören Schwermetalle, Pestizide und Kunststoffe. Die Autoren geben an, dass kontaminierter Boden zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann, indem er den oxidativen Stress in den Blutgefäßen erhöht (mit mehr „schlechten“ freien Radikalen und weniger „guten“ Antioxidantien), Entzündungen verursacht und die innere Uhr (circadianer Rhythmus) stört.

Durch das Einatmen von Wüstenstaub, Düngemittelkristallen oder Plastikpartikeln kann Schmutz in den Körper gelangen. Schwermetalle wie Cadmium und Blei, Kunststoffe und organische Giftstoffe (zum Beispiel in Pestiziden) können auch oral aufgenommen werden. Bodenschadstoffe werden in Flüsse gespült und können so in den Wasserkreislauf gelangen.

Pestizide wurden mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Während Beschäftigte in der Agrar- und Chemieindustrie der größten Belastung ausgesetzt sind, nimmt die breite Öffentlichkeit Pestizide aus kontaminierten Lebensmitteln, Böden und Wasser auf.

Cadmium ist ein Schwermetall, das natürlicherweise in geringen Mengen in Luft, Wasser, Böden und Lebensmitteln vorkommt und auch aus industriellen und landwirtschaftlichen Quellen stammt. Lebensmittel sind bei Nichtrauchern die Hauptquelle für Cadmium. Der Artikel stellt fest, dass Bevölkerungsstudien unterschiedliche Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Cadmium und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gezeigt haben, und zitiert eine koreanische Studie, nach der  Koreaner mittleren Alters mit hohem Cadmiumgehalt im Blut ein erhöhtes Schlaganfall- und Bluthochdruckrisiko haben.

Blei ist ein natürlich vorkommendes toxisches Metall, das durch durch Abbau, Verhüttung, Herstellung und Recycling die Umwelt verschmutzt. Studien haben Zusammenhänge zwischen hohen Blut-Bleispiegeln und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich koronarer Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall, bei Frauen und Menschen mit Diabetes festgestellt. Weitere Studien haben auf ein höheres Todesrisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber Arsen hingewiesen, einem natürlich vorkommenden Metalloid, dessen Konzentrationen aufgrund industrieller Prozesse und der Verwendung von kontaminiertem Wasser zur Bewässerung von Feldfrüchten ansteigen können.

In dem Artikel heißt es: „Obwohl die Bodenverschmutzung mit Schwermetallen und ihr Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders ein Problem für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist, da ihre Bevölkerung diesen Umweltschadstoffen überproportional ausgesetzt ist, wird sie zu einem Problem für jedes Land der Welt durch die zunehmende Globalisierung der Lebensmittelversorgungsketten und die Aufnahme dieser Schwermetalle mit Obst, Gemüse und Fleisch.“

Auch auf die potenziellen Gefahren durch kontaminierten Staub in der Luft wird eingegangen. Wüstenstaub kann lange Strecken zurücklegen, und Untersuchungen haben gezeigt, dass Partikel aus dem Boden in China und der Mongolei mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Herzinfarkten in Japan in Verbindung stehen. Die Zahl der Fälle in der kardiovaskulären 

Notaufnahme in Japan war an Tagen mit starker Exposition gegenüber asiatischem Staub um 21 % höher.

Während es keine Populationsstudien zu den kardiovaskulären Gesundheitseffekten von Nano- und Mikroplastik beim Menschen gibt, hat die Forschung gezeigt, dass diese Partikel in den Blutkreislauf gelangen können, was es plausibel macht, dass sie dadurch auch zu den Organen gelangen und systemische Entzündungen und kardiometabolische Erkrankungen verursachen könnten.

Professor Münzel: „Weitere Studien zur kombinierten Wirkung mehrerer Bodenschadstoffe auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind erforderlich, da wir selten einem einzigen Giftstoff ausgesetzt sind. Es muss dringend erforscht werden, wie Nano- und Mikroplastik Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen und verschlimmern könnte. Bis wir mehr wissen, scheint es sinnvoll, eine Gesichtsmaske zu tragen, um die Exposition gegenüber vom Wind verwehtem Staub zu begrenzen, Wasser zu filtern, um Verunreinigungen zu entfernen, und Lebensmittel zu kaufen, die auf gesundem Boden angebaut werden.“

Originalpublikation: Cardiovascular Research (2022) 00, 1–10

doi.org/10.1093/cvr/cvac082

collage_ukraine2.JPG

20.06.2022


Dritter Hilfskonvoi in die Ukraine gestartet

Nach zwei erfolgreichen Hilfsaktionen der Stiftung Mainzer und des Rotary Clubs sind nun erneut Spenden in Höhe von 120.000 Euro von der Stiftung Mainzer Herz gesammelt worden. Dies ermöglichte, einen weiteren Hilfstransport von medizinischen Hilfsgütern für die Ukraine zu organisieren. Der Transport bestand größtenteils aus Medikamenten, Infusionen und medizinischem Sachbedarf wie Verbandsmaterial.

Ein großer Erfolg, auch angesichts der anderen zahlreichen Spendenaktionen für die Ukraine - da waren sich alle einig: der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, der Gefäßchirurg Dr. Mikhail Shestopal, der die Idee zu der Initiative hatte, Prof. Thomas Münzel, Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer Herz, Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, sowie Frau Prof. Irene Krämer, Leiterin der Unimed-Apotheke.

Dank gilt auch dem Speditionsunternehmen Frankenbach, das nun schon zum dritten Mal einen Laster für den Transport zur Verfügung stellte. Eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Aktion wäre wünschenswert. 

14.04.2022

"Eine Herzensangelegenheit" - CPU-Kampagne geht zu Ende

Die Partnerschaft zwischen Mainz 05 und der Kardiologie der Mainzer Unimedizin gedeiht schon seit 15 Jahren - mit Unterstützung der Stiftung Mainzer Herz. Nun ist die aktuelle Awarenesskampagne zu Ende gegangen. Ein Bericht der Allgemeinen Zeitung vom 14.April: 

Bildschirmfoto_2022-04-13_um_20.47.38__1_.png
collage_ukraine.JPG

08.04.2022

Hilfslieferung für Ukraine auf den Weg gebracht

Viele Pakete waren zu packen und auf Paletten zu verladen - heute wurde der LKW auf dem Gelände der Mainzer Unimedizin mit Medizin und Verbandsmaterial beladen und auf den Weg gebracht. Dank unseren großzügigen Spendern ist bisher die Summe von 180.000 Euro zusammengekommen, so dass wir bald einen weiteren Transport losschicken können. Zu der großartigen Summe hat das Mainzer Unternehmen Schott maßgeblich mit einem Betrag von 50.000 Euro beigetragen. Auch der Verein "Mombach hilft" war bei der Scheckübergabe mit 5.000 Euro vertreten. Das Mainzer Logistikunternehmen Frankenbach sponsort für beide Fahrten einen Lkw samt Fahrer. 
Nun hoffen wir, dass der Truck samt Fahrer und Material sicher vor Ort ankommen wird... 




31.3.2022

Überwältigende Resonanz auf Spendenaufruf für ukrainische Klliniken

Keine Woche ist der Spendenaufruf für ukrainische Kliniken alt, da haben die Mainzer und alle andere Spender Unerwartetes geschafft: Stand 31.3.22 sind bereits 100.000 Euro für die Ukrainehilfe eingegangen. Der Initiator der Aktion, der russisch-ukrainische Gefäßchirurg Dr. Mikhail Shestopal kauft mit dem Geld dringend benötigte Medikamente für Kliniken in der Ukraine – er steht mit ihnen in Kontakt und weiß daher genau, woran es mangelt. Shestopal hat russische und ukrainische Wurzeln, seine Verlobte kommt aus Odessa am Schwarzen Meer.
Ebenfalls eine tolle Aktion: Spediteur Ernst Frankenbach stellt einen großen Lkw zur Verfügung, um die Hilfsgüter zur polnisch-ukrainischen Grenze zu bringen.
Prof. Münzel ist begeistert von der Spendenbereitschaft – „zumal es im Moment ja viele Aktionen gibt“, sagt er.
Die Apotheke der Unimedizin übernimmt die Bestellung der Medikamente. Prof. Irene Krämer, Direktorin der Apotheke, war sofort zur Unterstützung bereit – „…durch unsere günstigen Konditionen können wir das Maximale bewirken.“ Voraussichtlich am Freitag den 7.4. soll der Transporter beladen werden und starten. 
Weil die Kliniken Hilfslieferungen aufgrund des Mangels sofort verbrauchen und keine Vorräte anlegen können, läuft die Aktion weiter.

 

 

2022_03_30_Scheckuebergabe_Stiftung_Mainzer_Herz_Ukraine_Hilfe_Foto_Thomas_Boehm_DSC6707.JPG
Prof. Krämer, Dr. Shestopal und Prof. Münzel
bei der Scheckübergabe - die Summe ist inzwischen schon überholt
2022_03_22_Kardio_1_HTC_Muenzel_Shestopal_Mainzer_Herz__Foto_Peter_Pulkowski_0014_DSC2479.jpg
Dr. Mikhail Shestopal und Prof. Thomas Münzel

22.3.2022

Mainzer Herzen spenden für die Ukraine

Ein Land am Abgrund: der Blick in die Ukraine schockiert die Menschen jeden Tag aufs Neue. Den Krankenhäusern des Landes gehen die Vorräte an Medikamenten, an Verbandszeug, überhaupt an allem dringend Nötigen aus. Um diese Not zu lindern, organisiert Gefäßchirurg Mikhail Shestopal, Oberarzt an der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie der Universitätsmedizin Mainz, Hilfe für die Kollegen an den ukrainischen Kliniken. Aus dem privaten Umfeld hat er schon Spenden gesammelt und ein paar Kisten auf den Weg bringen können – aber es ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.  

Shestopal hat russische wie ukrainische Wurzeln, stammt aus Rostow am Don, seine Verlobte Kateryna Grygorovych ist Ukrainerin aus Odessa am Schwarzen Meer. Ihre Familie lebt noch dort ebenso wie, viele Freunde, beide telefonieren täglich, versuchen, sich auf dem Laufenden zu halten.
Dr. Shestopal steht in Kontakt mit Krankenhäusern in Charkiw, Kiew und Odessa, erhält von dort direkt und über andere Verbindungen Listen, was alles fehlt. Diese Listen sind lang: Antibiotika, Schmerzmittel, Kolloid- und Kochsalzlösungen, Blutdruck- und Blutverdünnungsmittel, Insulin und antidiabetische Medikamente, Fiebersenker, Zytostatika, Verbandsmaterial, Tourniquets zum Abbinden bei der Wundversorgung und anderes mehr wird gebraucht. Es gibt unzählige schwerverwundete Soldaten und Zivilisten, viele Kranke, die in den Brennpunkten kaum noch versorgt werden können, Frauen, die in irgendwelchen Bunkern ihre Kinder zur Welt bringen ... „Hilfe ist so dringend nötig“, bittet Mikhail Shestopal.

Um die Spenden optimal nutzen zu können, kann der Oberarzt der Unimedizin über die Apotheke des Klinikums alles Nötige zu deren sehr guten Konditionen kaufen. Der Transport ist nicht einfach, aber mit kleinen Transporteinheiten machbar. Eine weitere Möglichkeit ist, die Kapazitäten von deutsch-ukrainischen Vereinen zu nutzen, die täglich Transporte fahren.

So viel Engagement verdiene Unterstützung, ist die einhellige Meinung des Vorstands der „Stiftung Mainzer Herz“. Prof. Thomas Münzel, Mitglied des Vorstands und Gründer der Stiftung: „Man ist so hilflos und will etwas tun – insofern ist dieses Projekt ideal. Ich weiß als Kardiologie, wie wichtig die medikamentöse Versorgung ist. Laut WHO sind bis zu 50 Krankenhäuser zerbombt worden. Es ist uns ein Herzensanliegen, hier zu helfen – die Stiftung hat genau den richtigen Namen „Mainzer Herzen helfen“.“

Mit Ihren Spenden an die Stiftung Mainzer Herz unter dem „Stichwort Ukrainehilfe“ können wir dafür sorgen, dass diese Hilflosigkeit umgangen wird und die Aktion von Herrn Shestopal ein großer Erfolg wird – und somit „Mainzer Herzen“ für eine bessere Versorgung von den vielen Verletzten in den Kliniken sorgen.

Für Spenden ab 50 Euro erhalten Sie eine Spendenbescheinigung.

 

 

spenden.png

Pressemitteilungen 2022

14.03.2022

Mainzer Herzgala erzielt 267.000 Euro Reinerlös für Stiftung Mainzer Herz

Der Herzball 2021 im Mainzer Schloss war ein großer Erfolg.  Nicht nur das Programm, herausragend moderiert durch Bettina Schausten sowie der Auftritt von Jammin' Cool, den Söhnen Mannheims, Cassandra Steen und Seven trugen zu dem Erfolg bei, sondern auch die erzielten Erlöse in Höhe von 267.000 Euro.

„Das ist ein großer Erfolg für uns“, so Thomas Münzel, Direktor der Kardiologie I im Zentrum für Kardiologie an der Universitätsmedizin Mainz und Mitglied des Vorstands der Stiftung Mainzer Herz.  „Damit haben wir wichtige Mittel für die Unterstützung im Bereich Klimaforschung eingeworben, können die Gutenberg Gesundheitsstudie unterstützen  und auch die Patientenversorgung punktuell verbessern.

„Die Erwartungen wurden mal wieder deutlich übertroffen“, so Ralf Hauck, Schatzmeister der Stiftung Mainzer Herz.  „Die Herzgala war mit 300 Teilnehmern komplett ausverkauft, und er hat in seiner jetzigen Form hier in Mainz sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal“, so Hauck weiter.

Der Termin für den nächsten, nunmehr 11. Herzball im Mainzer Schloss ist für den 24. September vorgesehen.

Wir bedanken uns bei allen Sponsoren und Teilnehmern recht herzlich für ihr Engagement.